Glaubensernte

Erntedank 2023 in der Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, wir leben in einem reichen Land, das über viele Jahre gute Ernten hatte. Wir leben in einem Land, in dem Landwirtschaft, Industrie und Wirtschaft stets reiche Ernten eingefahren hat. Wir leben in einem Land, in dem auch heute im Grunde genommen niemand hungern muss.

Wir leben aber auch in einem Land und in einer Zeit, in der wir an allen Ecken und Ende die Folgen geistlicher Armut spüren.

Wir feiern heute Erntedank und bei uns in Partenkirchen feiern wir heute auch die Jubelkonfirmation. Wir haben unter uns auch Menschen, die vor siebzig Jahren konfirmiert worden sind. Das war 1953. Der Krieg, der von unserem Land ausgegangen ist und unser Land vernichtet hatte, war gerade mal acht Jahre her. Das Wirtschaftswunder blühte, gab Zuversicht und Kraft. Es war eine Zeit des Aufbruchs. Es war die Zeit, als die Erfahrung, dass das Leben nicht selbstverständlich ist, dass das Sattsein nicht selbstverständlich ist, noch jedem Menschen im wahrsten Sinne des Wortes in den Knochen saß. Man hatte die Zeit der großen Not noch nicht vergessen und war dankbar für das Leben und das, was man nun alles wieder hatte und in den Geschäften mit der neuen Währung, der D-Mark kaufen konnte.

Doch je mehr Jahre ins Land zogen, auch wenn sie immer wieder von Krisen durchzogen waren, wie dem Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, der Kubakrise, der Niederschlagung des Prager Auf-stands, des Koreakriegs und des Vietnamkriegs, der Ölkrise, der Bankenkrise und auch der Flüchtlingskrise von 2015, desto mehr man sich an den Wohlstand gewöhnte, umso mehr zog die Selbstverständlichkeit der Allverfügbarkeit aller Güter in die Herzen und Sinne der Menschen ein. Die Selbstverständlichkeit, die uns alle besonders verwundbar und verletzlich macht.

1953 sahen die Geschenke zur Konfirmation noch anders aus als heute. So erzählte mir heute ein Jubelkonfirmandin, dass Sie zur Konfirmation ihre Aussteuer bekam. Als ich vor 43 Jahren konfirmiert wurde, haben viele meiner Mitkonfirmanden ausgerechnet, wie viel tausend Mark sie wohl zusammenbekämen. Und für manchen standen mehr die Geschenke als der Glaube im Mittelpunkt.

Liebe Geschwister, bitte denkt jetzt nicht, dass der Dubberke nun auch mit fast sechzig Jahren in dem Alter angekommen ist, wo er denkt und sagt, dass früher alles besser gewesen ist. Nein, warum sollte ich? Aber ich glaube, dass früher die Selbstverständlichkeit eine geringere Rolle gespielt hat, was Frieden, was Freiheit, was Auskömmlichkeit betroffen hat. Ich glaube, dass das Leben von Werten eine gewisse Selbstverständlichkeit gehabt hat. Ich glaube, dass früher nicht das passiert wäre, was meine Frau und ich gestern in der Fußgängerzone unseres Ortes erlebt haben, als wir das Café verließen. Ihr wisst ja, dass dort Fahrradfahren verboten ist. Meine Frau geht gerade mit zwei Gehhilfen und zwei junge Männer rasten mit ihren Kampfrädern – gewissermaßen SUVs auf zwei Rädern – auf uns zu und statt abzubremsen, quetschte sich der eine zwischen meiner Frau und mir hindurch, so dicht, dass ihn die Berührung mit mir fast zu Fall gebracht hätte, worüber er sich dann noch abfällig aufgeregt hat. Es ist das, was ich meine. Die Rücksichtnahme aufeinander hat ihre Selbstverständlichkeit verloren. Oder denken wir nur daran, wenn wir in Garmisch aus der Regionalbahn aussteigen wollen und es nicht können, weil der Egoismus so selbstverständlich geworden ist, dass die Menschen nicht mehr aussteigen lassen, sondern sich im Kampf um den besten Sitzplatz sich den Aussteigenden entgegendrängen. Wir erleben in solchen Momenten, wie selbstverständlich der Egoismus in unserer Zeit geworden ist.

Wie wirkt in diese Zeit hineingesprochen das Wort Gottes, das er zum reichen Kornbauern gesprochen hat?

Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern... So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.
Lukas 12, 20-21

Heute sitzen hier im Gottesdienst in unserer Johanneskirche rund zwanzig Jubelkonfirmandinnen und Konfirmanden, deren Glaube vor Jahrzehnten durch den Konfirmandenunterricht und die Konfirmation gefestigt wurden, die bis heute ihren Glauben leben und ihren Glauben, unseren Glauben, als wesentlichen Teil ihres Lebens verstehen. Die gewissermaßen reich bei Gott geworden sind. Ich glaube, dass Ihr alle eine reiche Glaubensernte in Eurem Leben eingefahren habt. Und wer reiche Glaubensernte einfährt, darf seine Ernte auch mit anderen teilen.

Die Geschichte vom reichen Kornbauern ist ja die der Selbstverständlichkeit, dass alles so gut weiter-läuft, dass die Ernten so reich bleiben, dass ich mir große Scheunen bauen kann, in denen ich all meine Ernten und Güter sammeln kann, um auf Jahre hin einen Vorrat zu haben, so dass ich einfach meine Ruhe haben kann. So wie wir in unserem Land durch unseren Wohlstand Ruhe haben wollten und auch lange hatten, bis wir am 24. Februar 2022 durch den Krieg, der nicht in unserem Land stattfindet, mit einem Male aus dieser Selbstverständlichkeit und Bequemlichkeit des Wohlstands aufgerüttelt wurden.

Plötzlich wurde die Ernte zu einer Waffe. Felder und Ernten wurden vernichtet. Es wurde um ein Weizenabkommen gerungen, das mittlerweile wieder Makulatur ist. Dass Ernte nicht selbstverständlich ist, macht der Wochenspruch deutlich:

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Psalm 145,15

Hätten wir in unserem Leben – auch in unserem politischen und wirtschaftlichen Leben – mehr die Rechnung mit Gott gemacht, sähe die Welt heute vielleicht anders aus. Aber wir wollten, wie die beiden Jugendlichen gestern in der Fußgängerzone, den bequemen, schnellen Weg durch die Mitte hindurch ohne Rücksicht auf Verluste. Und was war die Konsequenz?

Gott sprach zu uns: Ihr Narren!

Es ist nicht Gott, der uns zum Narren hält, sondern wir selbst, weil diese Welt und diese Zeit reich an Gütern statt reich an Gott sein will.

Die Geschichte vom reichen Kornbauern macht deutlich, dass wir uns nicht auf der Ernte ausruhen dürfen, sondern immer wieder auf das Feld hinausmüssen, es wässern und düngen müssen, es pflegen und hegen müssen, um eine gute Ernte einbringen zu können.

Ein gutes Leben macht Arbeit. Ein gutes Leben kommt nicht von allein. Ein gutes Leben ist ein Leben, in dem Gott eine zentrale Rolle spielt, Gott und sein Wort. Daran erinnert uns auch der Monatsspruch:

Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.
Jakobus 1,22

Es geht darum, nicht nur das Wort Gottes zu hören, sondern in erster Linie darum, das Wort Gottes zu tun. Alles andere wäre Selbstbetrug. Und die einzelnen Konfirmationssprüche, sind z.B. solche Worte, die über unserem Leben stehen, die wir leben, die uns prägen, die uns ausmachen.

So wie mich auch mein Konfirmationsspruch in meinem Leben geprägt und begleitet hat und noch immer begleitet:

Der Herr ist mein Fels, meine Burg und mein Erretter.
Samuel 2,22

Dieser Vers ist Glaubenserfahrung und Glaubens-bekenntnis in einem. Und meine Glaubenserfahrung ist meine ganz persönliche Ernte, die ich gerne und mit Freude mit anderen, mit Euch teile. Und das Glaubensbekenntnis ist das, was uns miteinander in allen Zeiten verbindet. Das Glaubensbekenntnis erwartet von uns auch die Glaubenstat. Und das bedeutet:

Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst.
Jakobus 1,22

Amen.

Pfarrer Martin Dubberke, Predigt am Erntedank-Sonntag 1. Oktober 2023 mit Jubelkonfirmation in der Johanneskirche zu Partenkirchen über Lukas 12,15-21, Perikopenreihe V

Pfr. Martin Dubberke
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Wochenspruch: Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11a.27–28a)
Wochenpsalm: Ps 23
Predigttext: 1. Mose 16,1–16


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Pfarrer Martin Dubberke
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Es ist Wahlsonntag. Seit Wochen erleben wir Wahlkampf. Die Kandidaten reisen durchs ganze Land. Sie schauen uns von den Plakatwänden mit zur Tat entschlossenen Gesichtern an, die einem das Gefühl geben sollen: „Der Mann oder diese Frau ist entschluss- und handlungsfreudig und packt an. Das ist das, was wir brauchen.“

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So lautet der Monatsspruch für den September. Zu finden ist er bei Matthäus 16,15. Tja, was würden denn wir heute auf diese Frage antworten, die Jesus einst seinen Jüngern gestellt hat: Was sagen wir, dass Jesus ist?

Es gibt sicherlich viele Menschen, die heute antworten würden: „Jesus von Nazareth war eine historische Persönlichkeit.“ Andere werden wahrscheinlich antworten: „Jesus? Den hat’s doch nie gegebene. Der ist eine literarische Figur.“

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Das sagt ein Mann, der mit Gott und sich selbst ganz im Reinen ist. Wenn ich den Psalm 63 lese, geht mir das Herz auf. Das machen solche Sätze wie:

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Pfr. Martin Dubberke
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Jesus Christus spricht: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet.
Matthäus 5,44-45

Was für eine Herausforderung?!? Ich denke an meine Eltern und Großeltern und frage mich, ob sie damals im Krieg in der Lage dazu gewesen sind, für die Feinde zu beten, während sie im Luftschutzkeller gesessen haben. Wenn ich mit meinem Vater darüber gesprochen habe, hatte er, der als der Krieg begann, neun Jahre alt war, ganz eigene Worte.

Spreu oder Weizen?

Johannes der Täufer in der Johanneskirche zu Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, als Regina und ich diesen Gottesdienst miteinander vorbereitet haben, waren wir mit der Textauswahl für heute nicht glücklich. Also begaben wir uns auf die Suche nach einem Text über Johannes den Täufer, der uns beiden gefiel. Regina fand ihn, aber ihr gefielen nur die ersten beiden Verse. Das habt Ihr ja gerade gemerkt. Und sie hat eben mit Verve und Begeisterung darüber gepredigt.

Ich habe dann noch ein wenig überlegt, welchen Text ich für meinen Predigtteil nehmen könnte und dann entschied ich mich einfach über die nächsten Verse dieses Textes zu predigen:

ANgeDACHT - Versöhnung

Pfr. Martin Dubberke
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Gott gebe dir vom Tau des Himmels und vom Fett der Erde und Korn und Wein die Fülle.
Monatsspruch aus Genesis 27,28

Ein erschwindelter Segen. Wir erinnern uns: Jakob hatte seinem Bruder Esau mit einem Linsengericht das Erstgeburtsrecht abgeluchst. Und als es nun soweit war, dass sich Issak, der Vater der beiden, auf das Sterben vorbereitete, rief er seinen Erstgeborenen, den Esau, er möge noch einmal für ihn auf die Jagd gehen und ihm sein Lieblingsgericht zubereiten. Dann wolle er ihn segnen.

ANgeDACHT - Was unsere Hand vermag

Pfr. Martin Dubberke
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Weigere dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, wenn deine Hand es vermag. (Sprüche 3,27 | Monatsspruch) - Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan der alttestamentlichen Weisheit bin. Und die Sprüche sind das pur. Sie bieten einem gewissermaßen für so ziemlich jede Situation im Leben Anhaltspunkte und Vorschläge, wie man sich verhalten solle. Es ist ein Buch, dass nur so mit Weisheit gespickt ist.

Predigt - Ein vorbildliches Schaf

Ein vorbildliches Schaf
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, heute schimpfen wir mal auf die da oben. Das ist ja etwas, was wir doch eigentlich ganz gerne tun. Kaum ein Gespräch, das ich führe, kommt nicht damit aus, dass man mal über die da oben in der Politik oder auch der Kirche schimpft. Da macht keiner was richtig. Die kosten uns Geld und Nerven. Die sind nicht in der Lage eine anständige Energiepolitik zu machen oder Gesetze, die funktionieren. Oder hier im Ort. Wir hatten doch schon einmal ein Bürgerbegehren zum Kongresshaus. Das war doch eindeutig. Und was haben die da oben draus gemacht?

ANgeDACHT - Ertüchtigt

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Nicht, dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott. (2. Korinther 3,5) Dieser Vers darf uns erden. Was sind wir doch zuweilen alles für große Macher. Männer – Achtung: Ironie – können das ja besonders gut, wenn sie sich ins rechte Licht stellen wollen, um zu zeigen, was für tolle Hechte sie sind. Aber das mit der Tüchtigkeit… Wer benutzt heute eigentlich noch dieses alte und angestaubte Wort? Und vor allem, wer weiß noch, was es bedeutet?

ANgeDACHT - Jesus lebt

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Als Maria Magdalena, Salome und die Mutter des Jakobus vor dem leeren Grab standen, sprach ein Jüngling zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. (Markus 16,6) Die Auferstehung des gewaltsam getöteten Jesus war eine wirkliche und wirkende Zeitenwende. Sie machte deutlich, dass sein Tod ein Unrecht war und die Idee, die Gott mit Jesus verbunden hatte, nicht tot zu kriegen war.

Damit wir leben können - Gedanken zum Monatsspruch April

Lichtkreuz und Luther
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Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende. (Römer 14,9)Warum muss eigentlich immer erst jemand sterben, damit Menschen etwas verstehen? Diese Frage begleitet mich schon lange. Und manchmal denke ich, dass der Tod mehr über das Leben verrät als alles andere. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Sozialbestattung, die ich auf dem Garmischer Friedhof hatte. Der Mann vom Friedhof und ich standen allein am Grab. Die Verstorbene war mit 74 Jahren von uns gegangen.

Die Sache mit dem Gehorsam

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, seit mehr als einem Jahr beten wir um Frieden in der Ukraine, beten wir darum, dass Putin endlich einsichtig wird, seine Truppen abzieht und diesen Krieg beendet.

Und was ist geschehen?

Wir beten auch um die Gesundheit uns nahestehender Menschen, wir bitten darum, den Tod von ihnen abzuwenden.

Und was ist geschehen?

Noch immer haben wir den Krieg. Noch immer sterben Kinder, Frauen, Männer, werden Familien auseinandergerissen. Und ich erlebe, dass Menschen, um deren Gesundung ich gebetet habe, sich auf ihren Tod vorbereiten.

Loslassen

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Heute kann man bei der Losung ganz schnell zu falsche Schlussfolgerungen kommen. Was bedeutet es denn, wenn Gott mir bei allen Werken meiner Hände Glück geben wird? Ein Schelm, der gerade nicht an einen Freifahrtschein denkt. Aber genau an dieser Stelle gelangen wir heute an die Grenze des Espressos der Bibellese, der Losung.

Der Herr, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände.
5. Mose 30,9

ANgeDACHT - Du stellst meine Füße auf weiten Raum

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Der Pessimist könnte jetzt sagen: „Da stehe ich aber ganz schön allein auf weitem Raum.“ - Ich kann mich erinnern, als wir von Berlin nach Garmisch-Partenkirchen gezogen sind und wir dann nach Wochen zum ersten Mal nach München gefahren sind, in einem Kaufhaus mit Geschiebe und Gedrängel waren, es mir einfach zu eng wurde und ich nur aus diesem Kaufhaus rauswollte. Ausgerechnet ich, der ich Kind einer Millionenstadt bin, im Getriebe des Kurfürstendamms aufgewachsen bin.

ANgeDACHT - Sara aber sagt: Gott ließ mich lachen

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Was für ein schöner Monatsspruch: Gott ließ Sara lachen, weil sie und Abraham noch so spät Eltern geworden waren. Sie konnte es kaum glauben, in einem so hohen Alter doch noch schwanger geworden zu sein und ein gesundes Kind zu gebären, den Isaak. Abraham war immerhin 100 Jahre alt, als das Kind geboren wurde und Sara wird wenig jünger gewesen sein.

ANGEDACHT - Gesehen - Getragen - Ermutigt

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Ein neues Jahr liegt vor uns und viele von uns schauen sorgenvoll in die Zukunft. Wie war das doch noch vor drei Jahren? Wir haben ausgelassen gefeiert und sind wie jedes Jahr in das neue Jahr gegangen. Doch dann kam Corona, was unser Leben vollkommen verändert und zuweilen sogar zum Stillstand gebracht hat. Und im nun zu Ende gegangenen Jahr hat Corona zwar seinen Griff ein wenig gelockert, aber es kam der Krieg in der Ukraine hinzu. Seit zehn Monaten bestimmt dieser Krieg unsere Nachrichten, spüren wir die Folgen dieses Krieges.

Was ist euer Leben?

Neujahrsgottesdienst 2023
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, ich glaube, wir haben heute die kürzeste Predigt aller Zeiten gehört. Jesus Christus hat die Schrift gelesen, also gewissermaßen den Predigttext, und nachdem er die Schrift aus der Hand gegeben hat, sagt er:

Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren. (Lukas 4, 21)

58 Zeichen inklusive Leerzeichen. Alles, was danach kommt, ist gewissermaßen ein Predigtnachgespräch.

Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren. (Lukas 4, 21)

Mein Weg

Mein Weg - Silvestergottesdienst
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, wieder einmal geht ein Jahr zu Ende und wir blicken zurück. Und jetzt komme keiner und sage, er täte so etwas nicht. Wer von Euch hat denn noch keinen Jahresrückblick gesehen oder so eine Sendung, in der aller Promis gedacht wird, die im Laufe des Jahres 2022 von uns gegangen sind. Wobei ich mich hier zuweilen frage, warum ein solches Totengedenken immer kurz vor Silvester sein muss und nicht einfach am Totensonntag.

Ein Bund des Friedens

Christmette 2022
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister,

es ist ein Segen, dass wir hier in unserer Johanneskirche sitzen können, miteinander Gottesdienst feiern, zwar ein wenig frieren – deshalb haben wir ja schon vor dem Gottesdienst einen Glühwein zum Aufwärmen angeboten und im Anschluss kann man sich noch einmal nachschenken lassen – und es ist ein Segen, dass wir nicht einen plötzlichen Alarm fürchten müssen, weil es einen Raketenangriff gibt.

Fürchtet euch nicht!

Christvesper 2022
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister,

fürchtet Euch nicht!
Das ist die Botschaft, die die Engel den Hirten auf dem Feld sagen.

Fürchtet euch nicht!
Das ist die Botschaft, die wir als Christinnen und Christen seit 2022 Jahren für Euch, für Eure Familien, für unsere Welt haben.

Fürchtet Euch nicht!
Das ist die Botschaft dieses Tages, dieser Nacht. Und es ist eine Botschaft, die diejenigen das Fürchten lehrt, die um ihre Macht bangen, denn mit Jesus Christus ist der König dieser Welt geboren worden, der alle menschliche Macht hinterfragt und in Frage stellt.

Predige!

Die Freude ist nah
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, was soll ich predigen? – Ja, ob Ihr es glaubt oder nicht, aber diese Frage meine ich ernst. Ihr wisst doch eigentlich alles, was man wissen muss, um ein guter Mensch, ein guter Christenmensch zu sein und die Welt durch unseren Glauben schöner, friedlicher und zukunftssicherer zu machen.

Versteht!

Versteht!
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, wie Ihr alle hätte ich gerne Frieden, dass sich Putin aus der Ukraine zurückzieht, er in Den Haag vielleicht sogar vor den Internationen Gerichtshof gestellt wird, dass die Menschen nicht aus ihren Ländern fliehen müssen, die Schlangen an den Tafeln in unserem Land kürzer werden, die Energie- und Heizkosten wieder bezahlbar werden, die Preise in den Geschäften nicht weiter steigen. Aber kann ich das mit dem, was ich predige, bewirken?

Ein Land darin Weizen wächst

Erntealtar in der Johanneskirche zu Partenkirchen - Erntedank 2022
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, wir leben in einem guten Land…in einem Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe, die aus den Bergen und in den Auen fließen, ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, … wachsen, ein Land, darin es … Honig gibt, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. Und wenn du gegessen hast und satt bist. 5. Mose 8, 8-10a

ANgeDACHT - Weisheit

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit
Bildrechte Martin Dubberke

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit. (Sirach 1,10) Ich liebe die Weisheit des Alten Testaments. Der Monatsspruch für den September erinnert uns daran, dass Gott zu lieben die allerschönste Weisheit ist; denn darin wird meine Haltung zu Gott, meinem Nächsten und mir selbst deutlich. Es bedeutet, dass ich seine Nähe in meinem Leben suche und zulasse, dass ich seinen Trost und auch seinen Zuspruch von Mut in meinem Leben suche und brauche und ihn genau deshalb bitte, denn Freude kann nur aus Weisheit entstehen.

Irgendeine sündige Leidenschaft

Pfr. Martin Dubberke
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Liebe Geschwister, wenn man die drei Worte „irgendeine sündige Leidenschaft“ hört, denkt man doch sofort an recht lustvolle Dinge. Also, zumindest mir geht es so. Da schwingt mit, dass sündige Leidenschaften recht lustvoll sind und man deshalb sehr schwer von ihnen lassen kann, weil sie doch auch Ausdruck eines leidenschaftlichen Lebens sein können, weil sie etwas sind, was mich bindet.

Wenn es um „leidenschaftlich leben“ geht, dann geht es auch um Leben in der Nachfolge Jesu Christi, geht es um unseren Glauben, geht es – wie Bonhoeffer sagt – um die Feststellung:

ANgeDACHT - Jubeln & Richten

Pfr. Martin Dubberke
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Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten. 1. Chronik 16,33 

Als ich den Anfang des Monatsspruchs lese, denke ich: Wie passend, dass am 1. August mein Urlaub beginnt. Ich jubele genauso wie diese Bäume, endlich Zeit zum Beine hochlegen, für die Familie, für mich selbst. Doch dann kommt der zweite Teil des Verses und der stimmt mich sehr nachdenklich.

Loslassen, um anzukommen

Martin Dubberke, 1986 als Student mit seiner KiGo-Gruppe vor der Hochmeisterkirche in Berlin
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Und er sprach zu ihnen: „Kommt, folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen.“ Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.

Matthäus 4, 19f

So war das mit den ersten Jüngern. Sie waren Fischer am Galiläischen Meer, lebten ihren Beruf und ihr Leben. Genau das war ihr Lebensplan: Gute und erfolgreiche Fischer zu sein. Doch dann kam Jesus und sagte: „Folgt mir!“ Und sogleich ließen sie alles stehen und liegen und folgten ihm nach.

Der neue Gemeindebrief kommt...

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Leserinnen und Leser, in Kürze erscheint unser neuer Gemeindebrief, der auch hier auf unserer Internetseite Text für Text erscheinen wird. Dieses Mal steht er unter dem Motto "Loslassen". In den vergangenen beiden Jahren hat sich vieles in unserem Leben geändert. Wir mussten von vielem Gewohnten loslassen. Aber was bedeutet es, wenn wir von Dingen, Gewohnheiten, Orten, Menschen oder Lebensplanungen loslassen oder gar loslassen müssen? Dieser Frage gehen wir in dieser Ausgabe nach.

Predigt - Der Buchspazierer oder Mut zum Wandel

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, ich möchte Euch heute zwei Menschen vorstellen, die mir in den vergangenen Tagen sehr ans Herz gewachsen sind. Vielleicht, weil ich in ihnen zwei meiner eigenen Seiten wiederentdeckt habe, das Bewahrende und das Hinterfragende. Da ist auf der einen Seite Carl – also Carl Kollhoff. Er ist Buchhändler mit Leib und Seele. So einer, den man bei Amazon und Co nicht findet, wo einem irgendein Algorithmus Bücher vorschlägt. Carl ist so ein Buchhändler von altem Schrot und Korn, wie ich ihn liebe.

ANgeDACHT - Seele tanken

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. (Psalm 42,3) Ich möchte das Wort kaum in den Mund nehmen, aber nach mehr als zwei Jahren Corona und wieder steigenden Inzidenzen, vier Monaten Krieg in der Ukraine, dem Erleben der Teuerung von Energie und Lebensmitteln, dem Wachsen der Schlange an unserer Tafel bei gleichzeitig weniger Lebensmitteln, die wir aus den Märkten bekommen, fühlt sich das Leben irgendwie wie in einem Dauerausnahmezustand an. Und ganz ehrlich?

Seid geistlich - Predigt am Pfingstsonntag

Kerzenritual
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, eigentlich wollte ich heute über die verständigende Kraft des Heiligen Geistes predigen. Der Geist, der es schafft, dass Menschen aller Welt sich verstehen, miteinander feiern, das Wort Gottes hören und sich auf den Weg machen, dieses Wort Gottes zu leben und damit die Welt im Sinne Gottes zu gestalten. Der Krieg in der Ukraine und die Kriege an den vielen anderen Orten in dieser Welt erinnern uns daran, wie sehr wir die verständigende Kraft des Heiligen Geistes brauchen, um in Frieden leben zu können.

ANgeDACHT - Herz & Siegel

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

„Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod.“

Hoheslied 8,6

Ich liebe diesen Monatsspruch. Und das nicht erst, seitdem er der Trauspruch für meine Frau und mich ist.

Ein Vers voll der Sehnsucht nach Einssein mit dem Anderen. Ich möchte Dein Herz schlagen hören und ich möchte mit Dir gemeinsam handeln können.

Eine Vision - Predigt zur Eröffnung der Oberauer Tunnels

Heilige Barbara von Oberau
Bildrechte Martin Dubberke

Ich halte es mal ganz einfach, denn vor Gott sind wir alle gleich, also: Liebe Geschwister, nur noch wenige Minuten trennen uns davon, diesen Tunnel im wahrsten Sinne des Wortes in Besitz zu nehmen, indem viele von Euch durch ihn hindurchjoggen werden, andere mit dem Radl durchfahren werden oder einfach sich diesen Tunnel zu Fuß zu erschließen werden. Ein besonderes Erlebnis. Ein Erlebnis, von dem wir noch erzählen werden, wenn wir ganz alt sein werden. Ein Erlebnis, auf das wir viele Jahre gewartet haben.