Pfr. Martin Dubberke

ANgeDACHT - Achtsamkeit in der Hektik des Alltags

Pfr. Martin DubberkeIch musste dieser Tage schmunzeln, als ich über ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer gestolpert bin: „Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Das ist die Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind.“

Selbstverständlich hielt ich beim ersten Teil sofort den Atem an -“kein Gebot zu arbeiten“ - das ist ja eine steile Angelegenheit!?!

ANgeDACHT - Weil nichts selbstverständlich ist

Pfr. Martin Dubberke

Wir haben viele Gründe, Gott zu danken und es ist gut, dass er uns immer wieder mal daran erinnert, dass nichts weder selbstverständlich noch nur aus uns selbst heraus ist, sondern alles seinen Ursprung bei ihm hat.

Dank ist eine Haltung, eine Lebenseinstellung, die unser Leben verändert. Ich habe dieser Tage einen schönen Satz gelesen:

„Ein Mensch, der dankbar auf sein Dasein blickt, wird anders leben als einer, der ständig das Gefühl hat, zu kurz zu kommen.“

Das Gefühl, zu kurz zu kommen, macht das Herz, macht die Perspektive eng, raubt das Glück und macht am Ende einsam und darin liegt eine große Gefahr, weil er die Gemeinschaft entweder als Gefahr sieht und sie zu seinem Zwecke missbraucht. Wer dankbar ist, der weiß, dass er auf die Gemeinschaft, das Miteinander angewiesen ist, weil nichts selbstverständlich ist.

ANgeDACHT - Von der Kraft des Glaubens

Pfr. Martin DubberkeSind wir etwa ein Glaubensvolk der Verzagten geworden? Wer sagt denn, dass auch nur einer von uns mit seinem Glauben allein dastehen und allein die Welt retten muss? – Niemand!

Wir sind eine Glaubensgemeinschaft, eine Gemeinschaft derer, die an den Gott glauben, der befreit, der erlöst, der Leben schenkt, der für uns sorgt. Ja, Glaube schafft Gemeinschaft. Gemeinsam lässt uns dieser Glaube miteinander und aneinander wachsen, miteinander im Glauben stark werden und sein. Dieser Glaube lässt uns Kräfte entfalten, von denen wir als einzelne kaum glauben möchten, sie zu haben.

ANgeDACHT - Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Pfr. Martin DubberkeSchon mal darauf geachtet, was da gerade alles im Wahlkampf passiert? - Da erzählen ganz viele Politikerinnen und Politiker den Menschen alles mögliche, damit sie am Ende des Tages gewählt werden. Sie schwindeln, weil sie dem Wahlvolk nicht wehtun wollen, da sie ja ihre Stimmen brauchen, um an die Macht zu kommen. Und wenn sie sich einig sind, lügen sie sogar dreist gemeinsam. So geschehen im sogenannten Triell auf RTL, als allen Kandidatin und Kandidaten die Frage gestellt wurde, ob die Rente mit Siebzig kommt. Alle drei verneinten. Jeder und jede von uns weiß aber, dass sich die Rente ab siebzig nicht vermeiden lassen wird, weil sonst alles zusammenbricht. Ich persönlich habe mich mit meinem Leben so eingestellt, dass ich bis 70 arbeiten werde.

ANgeDACHT - Anfassen oder vertrauen?

Pfr. Martin DubberkeWie halten Sie, wie haltet Ihr es eigentlich mit Götzen? Habt Ihr welche? - Es gibt ja auch noch das wunderbare Wort „ergötzen“ – Ich ergötze mich an Deinem Anblick oder einem köstlichen, erfrischenden Eis. Ergötzen, also jemandem Spaß, Vergnügen oder Freude bereiten oder selbst an etwas Vergnügen haben. Ich ergötze mich an der Treue und Liebe Gottes. Das ist doch etwas, wo man gleich spürt, dass da lustvolle, fröhliche Kraft dahintersteckt. Also, woran ergötzen wir uns so?

ANgeDACHT - HERR, neige mein Herz nicht zum Bösen!

Pfr. Martin DubberkeDieser Tage bin ich über einen Vers des Propheten Daniel 9,7 gestolpert: Du, HERR, bist gerecht, wir aber müssen uns heute alle schämen.

Hier geht es um ein großes Schuld- und Sündenbekenntnis, die Scham für das eigene Fehlverhalten, sich nicht an die Spielregeln Gottes gehalten zu haben, die den Menschen, also uns, von den Propheten in regelmäßigem Nachhilfeunterricht samt Konsequenzen vorgebetet worden sind und werden.

ANgeDACHT - Mehr Gottvertrauen als Angst

Pfr. Martin DubberkeMeine früheste Erinnerung an Angst, ist eine Folge von „Mit Schirm, Charme und Melone“. Ich weiß gar nicht mehr, wie alt ich damals gewesen bin. Das war so eine Folge, in der es so einen Robotermenschen gab, vor dem man nicht fliehen konnte. Mit seinem Stahlarm durchschlug er jedes Hindernis. Und so träumte ich dann auch von ihm. Ich erinnere mich noch, wie ich ihn im Traum kommen höre und vor ihm versuchte zu fliehen. Aber wohin ich auch floh, fand er mich. In meiner Verzweiflung floh ich in den mit Angst besetzten Keller mit seiner Stahltür, in der noch immer die scharfen Spuren der Bombensplitter zu sehen und zu fühlen waren. Doch auch diese von Bomben nicht in die Knie gezwungene Stahltür öffnete er als sei sie aus Butter. Ich floh durch den dunklen Gang in den noch dunkleren Keller und versuchte mich hinter den Kohlen zu verstecken. Als er vor der aus Latten bestehenden Kellertür steht und ich das Beil als letzte Hoffnung mit meinen beiden kleinen Händen umschließe, steht plötzlich meine große Schwester neben mir und rettet mich. Ich weiß nicht mehr wie sie es angestellt hat, aber sie tut es.

Predigt - Sollt ich meinem Gott nicht singen?

Pfr. Martin DubberkeLiebe Geschwister, seit einem Jahr wandeln wir durch eine seltsame Zeit, ein dunkles Tal und fragen uns vielleicht so manches Mal: „Mein Gott, warum hast du uns verlassen?“

Seit einem Jahr ist unser Leben anders, anders als wir es uns je in unserem Leben gedacht hätten.  Es gibt niemanden unter uns, an dem all das keine Spuren hinterlassen hat, Spuren im Leben und Spuren auf der Seele.

Verlassenheit und Einsamkeit haben einen Namen bekommen und auch die Angst.

Wir trauern um unser altes Leben und ahnen, dass es wohl nie wieder so werden wird, wird, wie es einmal war.

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