Versteht!

Versteht!
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Liebe Geschwister, wie Ihr alle hätte ich gerne Frieden, dass sich Putin aus der Ukraine zurückzieht, er in Den Haag vielleicht sogar vor den Internationen Gerichtshof gestellt wird, dass die Menschen nicht aus ihren Ländern fliehen müssen, die Schlangen an den Tafeln in unserem Land kürzer werden, die Energie- und Heizkosten wieder bezahlbar werden, die Preise in den Geschäften nicht weiter steigen. Aber kann ich das mit dem, was ich predige, bewirken?

Ist denn die Welt so, wie sie gerade läuft, eine Welt, in der der Wille Gottes erkennbar wird? Kann es der Wille Gottes sein, dass wir so viel Krieg, Hunger und Unterdrückung haben?

Mit Stand vom 13. Oktober hatten wir in unserem Landkreis 2332 Asylsuchende, von denen allein 980 bei uns im Ort untergebracht worden sind, von denen 221 Kinder sind. Sie alle, sind das äußerlich sichtbare Zeichen dafür, dass eine Menge in unserer Welt verkehrt läuft.

Mit dem ersten Psalm haben wir vorhin gebetet:

Wohl dem,
der nicht wandelt im Rat der Gottlosen
noch tritt auf den Weg der Sünder
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz
Tag und Nacht!

Und genau darum geht es. Was wäre denn das Ergebnis, wenn wir hier und heute über das Gesetz Gottes nachsinnen? Was lädt so viele Menschen ein, auf dem Rat der Gottlosen zu wandeln?

Wie gut ist eigentlich unser christlicher Impfstoff gegen den Populismus, gegen Vorurteile und Ausgrenzung und das Schüren von Neid und Angst, von Verteilungskämpfen in unserer Gesellschaft, auch hier bei uns in Garmisch-Partenkirchen, wo es langsam eng wird? Ich brauche nur beim Einkaufen in der Schlange an der Kasse oder im Café den Menschen zuzuhören. Dann weiß ich, welche Themen gerade die Menschen bewegen.

Wir sagen gerne: Das kann nicht Gottes Wille sein! Aber was ist denn nun Gottes Wille?

Wir erleben gerade Tag für Tag in den Medien, was es bedeutet, wenn Regierende keine Lust am Gesetz des Herrn haben. Wir erleben das Leid, das daraus entsteht. Wir erleben die Konsequenzen, die auch für uns damit verbunden sind, selbst, wenn es nicht unsere eigenen Politiker sind.

Und wir erleben, wie manche Politiktreibende Angst schüren, statt Hoffnung zu machen. Wir erleben, wie durch Populismus Zorn gesät wird. Die Abwanderung der Wähler in das rechtspopulistische Lager in einem so biederen Bundesland wie Niedersachsen, stimmt mich nachdenklich. Aber genau das meint der Psalmbeter, wenn er vom Rat der Gottlosen spricht.

Wenn wir uns in unserem Land auf den Rat der Gottlosen einlassen, erfüllen wir mit Sicherheit nicht den Willen Gottes.

Daher schließt der Psalmbeter sein Gebet mit den Worten:

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergeht.

Und genau aus Versen wie diesen, ziehe ich all meine Hoffnung und Motivation, das Gute zu tun, weil ich davon überzeugt bin, dass der Gottlosen Weg vergeht, wenn es mir, wenn es uns gelingt, im Guten durchzuhalten.

Was also, soll mein Predigen bringen? Habe ich als einfacher Dorfpfarrer die Kraft, mit meiner Stimme mit meiner Predigt, jemanden wir Putin zu erreichen, der wohl niemals meine Predigt hören oder lesen wird oder sich für das, was ich predige, interessieren würde? Hat er doch mit dem Moskauer Patriarchen jemanden, der ihm als theologischer Scharfmacher nach dem Munde redet. Kann es mir je gelingen, Menschen wie ihn zu den christlichen Werten zu bekehren, um aus dem Massensünder ein weißes Schaf werden zu lassen? Nein, aber ich habe hoffentlich die Kraft, Euch im Guten zu halten, nicht dem Rat der Gottlosen in Ungeduld und Versuchung zu erliegen.

Und damit kommt nun Paulus mit seinem Brief an die Epheser ins Spiel, wenn er schreibt:

So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Epheser 5, 15-20

Ja, die Tage sind böse. Ich glaube, das hat auch der letzte unter uns verstanden. Und Paulus macht deutlich, dass wir einander als starke Gemeinschaft brauchen, um einander in dieser Zeit der Anfechtung durch unsere eigenen Ängste und das Schüren der Ängste, zu widerstehen.

Paulus mahnt uns, unser Leben nicht als Unweise, sondern als Weise zu führen, nicht unverständig zu bleiben, sondern zu verstehen, was der Wille des Herrn ist.

Aber, was ist der Wille des Herrn? – Erinnert Euch an die Geschichte vom reichen Jüngling, die wir gerade gehört haben. Er hat sich an die Gebote gehalten, hat nicht getötet, gestohlen, Ehe gebrochen, weder falsch Zeugnis geredet noch jemanden beraubt oder seine Eltern nicht geehrt. Also, eigentlich einer von uns. Aber dennoch gelang es ihm nicht, Jesus nachzufolgen. Sein Reichtum hinderte ihn daran und Jesus sagt:

Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.

Tja, und damit stellt sich die Frage, was uns daran hindert oder hindern könnte, Jesu bedingungslos nachzufolgen: Es ist unsere Angst, unseren Wohlstand zu verlieren.

Wie viele politische Entscheidungen sind wider alle Vernunft getroffen worden, um unseren Wohlstand nicht zu opfern? Wie viele Entscheidungen treffen wir tagtäglich, um unseren Wohlstand zu verteidigen?

Ich predigte nicht wider den Wohlstand, sondern wider die Versuchung, die durch den Wohlstand möglich wird. Ich muss von bestimmten Vorstellungen und auch angenehmen Gewohnheiten Abstand nehmen.

Es reicht nicht, wenn ich jetzt, wo der Krieg in der Ukraine herrscht – und dieser Krieg ist nur ein naheliegendes Beispiel, das gerade unseren Alltag beherrscht – sage: „So ein Krieg kann nicht der Wille Gottes sein!“ Es reicht nicht, nur festzustellen, dass etwas nicht dem Willen Gottes entspricht. Das ist eine bloße Feststellung ohne Konsequenz.

Ich weiß auch nicht, ob die Mahnwachen irgendetwas in der Welt verändern, weil es mit diesen nicht anders ist als mit meiner Predigt, die Putin nie erreichen wird. Aber die Mahnwachen mahnen uns, dass der Frieden nicht selbstverständlich ist.

Ich glaube, dass es Gottes Wille ist, sich vom Bösen nicht korrumpieren zu lassen, sich nicht von der Angst, die wir haben, korrumpieren zu lassen, sondern weiterhin an das Gute zu glauben, das Gute zu tun. Ließen wir uns vom Populismus, der mit unseren Ängsten spielt, überwinden, verlören wir alles, was wir haben.

Wir persönlich können den Krieg in der Ukraine nicht beenden, so gerne wir es auch wollten. Das muss anderen gelingen, für die wir gemeinsam beten, Psalmen und Lieder singen können und müssen, um ihnen die Kraft und den Mut zu machen, die Entscheidungen zu treffen, die dem Willen Gottes entsprechen.

Wir persönlich können aber dem Populismus, der mit der Angst spielt und unsere Gesellschaft spaltet unsere Demokratie zerstört, widersprechen.

Wohl dem,
der nicht wandelt im Rat der Gottlosen
noch tritt auf den Weg der Sünder
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz
Tag und Nacht!

Und noch etwas, wenn uns jemand nach dem Willen Gottes fragen sollte, so können wir antworten, dass uns Gott seinen Willen in Jesus Christus offenbart hat, der gesagt hat:

»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Matthäus 22, 37-40

Wo das gelebt wird, gibt es keinen Platz für Hass, Populismus und Krieg. Wo das gelebt wird, entsteht Frieden und wird Frieden bleiben zum Wohlgefallen und zur Ehre Gottes.

Amen.

Pfarrer Martin Dubberke

Pfarrer Martin Dubberke, Predigt über Epheser 5, 15-20 am 18. Sonntag nach Trinitatis, 16. Oktober 2022, Perikopenreihe IV, in der Christuskirche Garmisch und der Johanneskirche zu Partenkirchen

 

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Aktueller Feiertag:

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Wochenspruch: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. ( 1. Petr 5,5b )
Wochenpsalm: Ps 145,1–2.14.17–21
Predigttext: Hiob 23


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Als ich mich kürzlich mit einem sehr engagierten und aktiven Gemeindemitglied traf, um den Trauergottesdienst für den verstorbenen Ehepartner vorzubereiten, war die Überraschung groß, als ich sagte, dass es auch eine eigene Liturgie für den Trauergottesdienst gäbe. Deshalb denke ich, dass es an dieser Stelle vielleicht ganz gut ist, erst einmal einen kleinen Überblick zu geben.

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Pfarrer Martin Dubberke
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Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit dem Dank vor Gott.

Philipper 4,6

Ich weiß ja nicht, was Euch und Ihnen zuerst durch den Kopf geht, wenn Ihr diesen Vers, der der Monatsspruch für den Juli ist, lest. Angesichts unserer Weltlage ist das ja eine im wahrsten Sinne des Wortes mutige Ansage: Sorgt euch um nichts!

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Als ich vor kurzem angekündigt habe, dass die Serie Kirchenausstattung nach 42 Folgen zu Ende ginge, bat ich gleichzeitig um Vorschläge für eine neue Serie. Und so erreichte mich eine Mail von Christine, in der sie vorschlug, dass ich doch etwas über Liturgie und das Beten schreiben könnte. Ich fand die Idee klasse. Ich erlebe das ja immer wieder am eigenen Leibe, dass es auch in unserer Gemeinde verschiedenen Umgang mit der Liturgie gibt oder wo man aufsteht oder sitzenbleibt, wo man antwortet oder nicht antwortet.

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Kirchenausstattung 40 - Klingelbeutel & Opferstock
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Eine Begriffsklärung

Beim Klingelbeutel weiß man sofort, warum er so heißt. Das kommt noch aus einer Zeit, als es keine Geldscheine, sondern nur Münzen gab und so klingelt es halt jedes Mal, wenn neue Münzen in den Klingelbeutel geworfen werden. Mancher Pfarrer sagt heute gerne bei der Ankündigung des Klingelbeutels: „Lasst es rascheln.“ – Naja, und wer weiß, vielleicht würde man heute den Klingelbeutel auch Raschelbeutel nennen. Mittlerweile gibt es auch einen digitalen Klingelbeutel.

ANgeDACHT - Sich auf den Weg machen

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Sich auf den Weg machen. Darum geht es. Nicht Verharren und bleiben aus Gottvertrauen, sondern Aufbruch aus Gottvertrauen. Denn zu verharren ist eigentlich schon Gottmisstrauen. Gott setzt uns doch in Bewegung, so wie er einst zu Jakob gesprochen hat, spricht er doch auch zu uns heute. Sein Reden mit uns Menschen hat doch nicht aufgehört, nur weil es keine neuen Kapitel, keine neuen Bücher in der Bibel gibt, keine Fortsetzungsbibeln.

Kirchenausstattung: Folge 39 - Kerzenleuchter

Kerzenleuchter
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Wenn wir eine Kirche betreten, sehen wir in der Regel nicht nur die Kerzen auf dem Altar, sondern auch die Ständer oder Halter, auf denen die Altarkerzen oder die Osterkerze stehen oder gegebenenfalls noch weitere Kerzen, wie z.B. Gedenkkerzen oder einen Kerzentisch.

Sieht man sich die Kerzenständer oder -halter an, fällt einem meist auf, dass auch diese oftmals symbolisch aufgeladen sind oder ganze Geschichten erzählen.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 38 - Kirchenfenster - Das Licht Gottes

Kirchenfenster - Das Licht Gottes
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Wenn man bei sonnigem Wetter so um die Mittagszeit in die Johanneskirche kommt, kann etwas ganz Besonderes erleben. Dann scheint die Sonne durch die Altarfenster die Botschaft wie ein buntes Dia in den Raum. Die Taufe Jesu durch Johannes und das Erscheinen des Heiligen Geistes, sind dann fast wie in Drei-D im Raum zu sehen.

ANgeDACHT - Niemand ist unrein oder unheilig

Pfarrer Martin Dubberke
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Jeder kennt das. Es gibt Menschen, denen man aus dem Weg geht, mit denen man nichts zu tun haben möchte. Es gibt Menschen, mit denen man nicht in der Öffentlichkeit gesehen werden möchte, weil man Angst hat, dass da etwas auf einen abfärben könnte. Nur allzu leicht vergessen wir, dass auch der Mensch, über den wir mal abfällig reden, von dem wir uns distanzieren, auch ein Geschöpf Gottes ist, egal ob sympathisch oder unsympathisch, ob einer politischen Meinung mit mir oder nicht.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 37 - Die Orgel

Kirchenausstattung - Die Orgel
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Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern als uns in der achten Klasse auf dem Gymnasium im Rahmen der Instrumentenkunde unser Musiklehrer, Herr Pabel, fragte, was für ein Instrument die Orgel sei. Ein Klassenkamerad hob sofort die Hand und antwortete: „Ein passives Blasinstrument.“ – Unser Lehrer und auch wir mussten damals lachen. Alle fanden die Antwort originell und eigentlich war sie auch nicht falsch. Also, was ist nun die Orgel und welche Rolle spielt sie bei uns im Gottesdienst?

ANgeDACHT - Mahnruf zum Umbruch und Erneuerung

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Was für eine Woche? Da titelt am Dienstag die BILD-Zeitung „Ab heute regiert die Hoffnung!“ und meint damit die neue Bundesregierung, die es dann im zweiten Anlauf geschafft hat, ins Amt zu kommen. Und am Mittwoch begann das Konklave in Rom, aus dem am Donnerstag nach dem vierten Wahlgang Robert Prevost als Leo XIV. hervorging.  Da wird ein Amerikaner an dem Tag Papst, an dem vor 80 Jahren die Deutsche Wehrmacht kapituliert und damit das Volk und die Welt vom Krieg und der Nazi-Herrschaft befreit wurde.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 36 - Das Chorgestühl

Das Chorgestühl
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In unserer Johanneskirche in Partenkirchen gibt es im Altarraum eine Bank, gewissermaßen eine Chorbank. Vor einer Weile hat hier Andreas Beer wieder die Rückenlehnen angebracht. Da kam nicht nur ein wenig Wärme in den Altarraum, sondern auch so ein Touch von Chorgestühl. Naja, nur für Menschen mit viel Fantasie.

Aber was ist eigentlich so ein Chorgestühl? Ist das für den Kirchenchor vorgesehen, wenn der mal im Gottesdienst singt und gesehen werden soll?

ANgeDACHT - Die Kraft liegt im Bekenntnis

Pfarrer Martin Dubberke
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Hinter uns liegt eine mediale Mega-Kirchenwoche. Jeden Tag ist die Kirche in den Schlagzeilen, seitdem Papst Franziskus gestorben ist und sich nun alle Augen auf Rom richten. Die Menschen schauen darauf, was dieser Papst bewegt hat und was er nicht bewegt hat. Als ich nach einer Beerdigung in dieser Woche noch mit dem Bestatter und dem Friedhofsgärtner zusammenstand und wir uns unterhielten, sagte der Gärtner, dass ihm gar nicht bewusst gewesen sei, wie sehr dieser Papst die Kirche verändert habe.

Was war in der fünfzehnten Woche wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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WIEDERHOLUNGSAUDIT GRÜNER GOCKEL

Auch diese Woche war wieder gut gefüllt. Am Montagabend saßen die beiden Umweltbeauftragten unserer Gemeinde – Prof. Klaus Schäfer und Uli Lorenz – mit den beiden Vertrauensleuten Carina Benning-Heufelder und Michael Koepke sowie Pfr. Martin Dubberke zusammen. Dieses Treffen war ein Teil des Wiederholungsaudits für den Grünen Gockel. Hier haben wir zugleich auch die nächsten wichtigen Themen für die Zukunft besprochen, die wir miteinander angehen wollen. Mehr dazu später.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 32 - Das Kirchengestühl

Kirchengestühl
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Als ich im vergangenen Sommer in der Hamburger Kunsthalle war, blieb ich vor einem Bild von Hendrick van Steenwijck d.Ä. stehen, das um 1585 entstanden war und den Innenraum einer mittelalterlichen Kirche zeigt. Dieses Bild zog mich in seinen Bann. In dieser Kirche stand nicht eine einzige Bankreihe, aber es gab in dieser Kirche eine große Geschäftigkeit.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 31 - Die Kanzel

Die Kanzel
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Kommt man in eine Kirche fällt einem in der Regel auch gleich die Kanzel auf. Es gibt Kirchen, in denen die Kanzel mehr einem Rednerpult gleicht und es gibt Kanzeln, die erzählen ganze Geschichten und werden selbst zu einer kunstvollen Predigt. Dann gibt es Kanzeln, die leicht erhöht sind oder solche, die in den Hochaltar integriert sind. Das findet man häufig in meiner alten Heimat in den brandenburgischen Dorfkirchen.

ANgeDACHT - Schmerzfrei dank Weisheit

Pfarrer Martin Dubberke
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Wer jetzt denkt, dass es heute unter der Überschrift „Schmerzfrei Dank Weisheit“ von mir Alternative Schmerzmedizin gibt, der irrt. Nein, ich habe keinen Ersatz für Schmerztabletten im Gepäck. In dieser Passionszeit haben wir in der Region Süd unseres Dekanats die Predigtreihe „Schmerzpunkte“. Doch was sind Schmerzpunkte? Schmerzpunkte sind spezifische Probleme, Herausforderungen oder Bedürfnisse, die wir Menschen erleben. Diese können physischer, emotionaler, psychischer, politischer oder sogar wirtschaftlicher Natur sein.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 28 – Der Altar – Tisch des Herrn

Der Altar - Tisch des Herrn
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Die frühe Christenheit kannte noch keinen Altar. Damit hob sie sich von allen anderen Religionen ihrer Zeit ab. Denn im Gegensatz zu allen anderen Religionen der Antike brauchte das Christentum auch keinen Altar, denn Jesus Christus, der am Kreuz gestorben war, war das Opfer, das alle anderen Opfer überflüssig machte. Das Christentum war damit von ihrem Wesen her eine altarlose Religion.

Im Mittelpunkt stand das Zusammenkommen der Gemeinde am ersten Tag der Woche. Das können wir in der Apostelgeschichte 20,7 nachlesen:

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 29 – Das Altarkreuz

Das Altarkreuz
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Das Kreuz ist wohl das bekannteste Wiedererkennungszeichen des Christentums. Wer ein Kreuz sieht, weiß in aller Regel sofort, worum es geht. Viele Menschen tragen ein Kreuz an eine Kette um den Hals, manche haben es sich auf den Rücken oder den Oberarm tätowieren lassen. Die meisten Menschen tragen das Kreuz als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Kirche, zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 27 - Der Altar - Ausrichtung

Der Altar - Ausrichtung
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Der Altar ist der Mittelpunkt einer jeden Kirche. Und er steht in aller Regel im vorderen Bereich einer Kirche. Er bildet das Zentrum einer Kirche. Alles und alle Blicke laufen auf den Altar zu. Das hat verschiedene Gründe. Menschen haben immer Altäre an Orten errichtet, die sie für heilig gehalten haben, an denen sie Gott für gegenwärtig hielten. Das konnten wir in den vorangegangenen Kapiteln sehen.

Was war in der sechsten Woche wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Glaube - Wunder - Schön in Grainau

Als Ralf Tikwe und ich am Mittwoch in Grainau ankamen, habe ich erst einmal die Heizung im Gemeinderaum eingeschaltet, damit es ein wenig wärmer im Raum werden konnte, damit wir am Ende nicht miteinander frieren. Wir stellten uns die Frage, wie viele denn kommen würden. Am Ende kamen zehn Grainauerinnen und Grainauer, um mit Ralf Tikwe, Gottfried von Segnitz und mir ins Gespräch zu kommen und zu hören, was wir Neues erzählen würden.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 26 - Der Altar - Standortbestimmung

Der Altar - Standortbestimmung
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Wo steht eigentlich in der Kirche der Altar? Mittendrin, direkt an der Wand oder so, dass man drum herum gehen kann?

Unsere Mesnerin Elisabeth Beer hat mir kürzlich eine sehr schöne Geschichte aus ihrer Heimat erzählt. Dort gab es einen Altar, um den man sich nicht beim Abendmahl herum versammeln konnte, so wie wir es bei uns z.B. in der Johanneskirche können. Also hielten zwei Kirchenälteste ein Tuch, eine Altardecke, die nun den Altar, den Tisch, um den sich die Gemeinde herum versammelt, symbolisieren sollte.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 25 - Der Altar im Neuen Testament

Kirchenausstattung - Der Altar im Neuen Testament
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Der Altar im Neuen Testament hat eine deutlich tiefere symbolische Bedeutung als im Alten Testament. Waren im Alten Testament die Altäre immer physischer Natur, geht es nun über das Physische hinaus. War der Altar ein Ort der Opferung und der Begegnung mit Gott, so wird nun diese Vorstellung durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz erfüllt und transformiert.

ANgeDACHT - Du tust mir kund den Weg zum Leben

Pfarrer Martin Dubberke
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Als ich den Monatsspruch für den Februar sehe, denke ich so bei mir: Passt!!!  „Du tust mir kund den Weg zum Leben“ (Psalm 16,11) Ja, so und nicht anders ist es. Die zurückliegenden Tage in unserem Land, in unserer Republik gehen mir nicht aus dem Kopf. Und natürlich denke ich dabei an den 23. Februar. Ein lieber Kollege von mir würde jetzt wahrscheinlich fragen: „Ja, sind die jetzt alle vogelwild geworden?“

War war in der vierten Woche wichtig?

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Dekanatskonferenz

Einmal im Monat treffen sich alle Pfarrerinnen und Pfarrer, alle Diakoninnen und Diakone im Haus der Evangelischen Kirche in Weilheim zur Dekanatskonferenz. Zum einen geht es um inhaltliche Themen, wo immer ein Referent oder eine Referentin kommt und zum anderen gibt es einen Geschäftsteil, in dem eine ganze Menge Dinge geregelt werden müssen, wo es auch um Informationen aus der Landeskirche geht.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 24 - Der Altar im Alten Testament

Altar
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Um sich der Frage, was ein Altar ist und welche Bedeutung er hat, anzunähern, ist es ganz hilfreich, mal ein wenig in der Bibel zu stöbern. Das Thema "Altar" zieht sich durch die gesamte Bibel und hat in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen. Am Beispiel einiger zentraler Stellen wird deutlich, dass der Altar durch die Geschichte hindurch verschiedene Bedeutungen hatte und hat. Einige dieser Stellen möchte ich beispielhaft vorstellen:

Zuerst Genesis 8,20:

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 23 - Der Altar

Kirchenausstattung - Altar
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Wer eine Kirche betritt, sieht in aller Regel sofort den Altar. Alles in einer Kirche ist auf den Altar ausgerichtet, der gewissermaßen den Mittelpunkt einer Kirche bildet. Dabei kann der Altar viele Formen haben. In vielen evangelischen Kirchen steht da ein einfacher Tisch, in manchen Kirchen – insbesondere in meiner alten Heimat Berlin-Brandenburg – gibt es Altäre, die mit der Kanzel kombiniert sind. Sprich: Altar und Kanzel bilden eine Einheit. Der Altar hat dann etwas von einem Hochaltar.