Ein Bund des Friedens

Christmette 2022
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Liebe Geschwister,

es ist ein Segen, dass wir hier in unserer Johanneskirche sitzen können, miteinander Gottesdienst feiern, zwar ein wenig frieren – deshalb haben wir ja schon vor dem Gottesdienst einen Glühwein zum Aufwärmen angeboten und im Anschluss kann man sich noch einmal nachschenken lassen – und es ist ein Segen, dass wir nicht einen plötzlichen Alarm fürchten müssen, weil es einen Raketenangriff gibt.

Aber auch, wenn über uns keine Raketen vom Himmel fallen, wie an anderen Orten der Erde, ist unser Weihnachtsfest, davon beeinflusst. Wir alle oder zumindest viele von uns kennen inzwischen Menschen, die der Krieg zu uns getrieben hat, kennen ihre Geschichten, die Bilder ihrer zerstörten Häuser und Wohnungen, die Sorge um die Menschen, die sie zurücklassen mussten. Das wirkt sich auf die ganze Welt aus. Und viele von uns sorgen sich um die Zukunft, auch weil sie das Vertrauen in die Menschen verloren haben, die regieren.

Ach, Ihr Lieben, wir haben die Heilige Nacht. Jesus Christus ist geboren. Grund zur Freude. Wir sollten also jubeln. Und nicht über Politik nachdenken. Aber was soll ich machen? Für heute Nacht steht nun einmal dieser Predigttext aus dem Propheten Hesekiel in der Ordnung der Predigtexte. Und gerade gestern habe ich vom Chefredakteur der Tageszeitung „die Welt“ gehört, dass die Menschen aus der Kirche austreten – wohlgemerkt aus der Evangelischen Kirche -, weil wir nur noch über grüne Politik predigen aber nicht mehr über den Glauben.

Tja, volle Breitseite kurz vor Heiligabend? Was soll man da machen? Ja, was soll ich da machen? Na, sich einfach mal die Welt mit den Augen des Glaubens anschauen und mit dem Herzen des Glaubens erfassen.

Und dann landen wir mit einem Male doch wieder beim Propheten Hesekiel, der 598 vor Christus zu den ersten Israeliten gehörte, die unter König Nebukadnezar II. nach Babylon verschleppt wurden. Israel war damals ein besetztes Land. Die Menschen wurden verschleppt und zwangsumgesiedelt. Hesekiel hat sein Heimatland nicht mehr wiedergesehen. Sein Grab liegt im heutigen Irak und ist Teil der Al-Nuchailah-Moschee.

Berühmt geworden ist Hesekiel vor allem, weil er den mit ihm im Zwangsexil Lebenden Trost spendete, den Wiederaufbau Jerusalems und des Tempels weissagte und die Rückkehr Gottes prophezeite. Er zog seine Kraft ausschließlich aus seinem Glauben an den einen Gott.

Wir können also heute viel von Hesekiel lernen und das besonders heute Nacht, weil wir Christinnen und Christen nämlich seine Ankündigung:

Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken,
der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David.
Hesekiel 34,23

als Ankündigung Jesu Christi interpretieren. Der einzige Hirte, der das Volk weiden soll.

Wie soll das geschehen? Wie soll das funktionieren? Was bedeutet das?

Das liegt doch eigentlich auf der Hand. Wenn Jesus Christus der einzige Hirte ist, dann steht er auch für den gemeinsamen Sinn. Er verbindet alles und überbrückt alle Differenzen. Der einzige Hirte macht deutlich, dass man als Herde nur dann vorwärtskommt und überlebt, wenn nicht lauter kleine Hirten mit Teilen der Herde in andere Richtungen wollen, um ihren persönlichen Vorteil zu haben oder gar ihre Macht auszubauen.

…mein Knecht David soll der Fürst unter ihnen sein…
Hesekiel 34, 24

Leider wird von manchen Regierenden – aber auch anderen Menschen – damit immer die Idee der Weltherrschaft in einer Person verbunden. Wir kennen ja solche Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart. Aber wer glaubt, die Weltmacht an sich reißen zu wollen, zu können oder zu müssen, irrt. Denn es geht nicht darum, dass ein Mensch, die Welt regiert, sondern einzig und allein Jesus Christus.

Es ist also ausgerechnet dieses kleine, verletzliche Baby in jenem Stall von Bethlehem, das die Welt retten, heilen und führen soll. Wie soll das funktionieren?

Tja, und genau hier liegt das Problem. Die Menschen haben angefangen, mit dem Glauben aufzuhören. Wer glaubt, dass Glaube nichts bringt, geht den ersten Schritt in die Irre. Und diesen sind Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Menschen inzwischen gegangen. Es ist genau das, wovor Hesekiel seine Leute gewarnt hat, den Glauben und damit sich selbst aufzugeben.

Ohne meinen Glauben, wäre ich an und in dieser Welt schon längst verzweifelt und gescheitert. Mein Glaube lässt mich Dinge sehen und erkennen, die ich ohne ihn anders sehen oder gar nicht erkennen würde.

Wenn ich also so viele Menschen an der Tafel sehe, dann weiß ich, dass etwas in dieser Gesellschaft nicht funktioniert. Jetzt könnt Ihr natürlich sagen, dass Ihr das auch ohne den Glauben erkennen könnt. Das stimmt, aber mit meinem Glauben erkenne ich die Haltung, die dahintersteht und damit die Sünde. Ihr erinnert Euch daran, was ich über die Kleinen Hirten gesagt habe, die sich nicht an den großen Hirten halten wollen, sondern eigene Ziele verfolgen. Diese sind immer zu Lasten der Gemeinschaft in einem Ort, in einer Region, in einem Land, in der Welt. Und das führt am Ende zu Unfrieden. Unfriede in einem Ort, in einer Region, einem Land, der Welt. Da ist der Friede, auch und vor allem der soziale Friede gefährdet. Und je länger die Schlangen an unseren Tafeln werden, desto gefährdeter ist unser System.

Ein Prophet wie Hesekiel würde sagen, dass man sich von Gott entfernt habe und damit keine Zukunft mehr hat. Das sage ich als Pfarrer auch so, aber glaubt Ihr mir das?

Hesekiel sagt sehr deutlich, was die Folge ist, wenn es einen Hirten gibt, nämlich Frieden, einen Bund des Friedens.

Frieden bedeutet, dass man eines gemeinsamen Sinnes und Willens ist, eines Sinnes in Jesus Christus, der gesagt hat: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Mit dem Kind in der Krippe hat Gott seine Zusage aus Hesekiel erfüllt:

Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide,
und ich will euer Gott sein, spricht Gott der Herr.
Hesekiel 34, 31

Gott will! Und nun stellt sich die Frage, ob auch wir wollen. Es liegt jetzt an uns, ob wir die Hand, die Gott uns durch Jesus ausgestreckt hat, annehmen wollen oder nicht. – Also, ich habe mich schon lange entschieden. Und wie sieht’s bei Euch aus? Was werdet Ihr tun? Es liegt nun an Euch.

Amen.

Pfarrer Martin Dubberke, Predigt in der Christmette 2022 in der Johanneskirche zu Partenkirchen über Hesekiel 34,23-31, Perikopenreihe V


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Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern als uns in der achten Klasse auf dem Gymnasium im Rahmen der Instrumentenkunde unser Musiklehrer, Herr Pabel, fragte, was für ein Instrument die Orgel sei. Ein Klassenkamerad hob sofort die Hand und antwortete: „Ein passives Blasinstrument.“ – Unser Lehrer und auch wir mussten damals lachen. Alle fanden die Antwort originell und eigentlich war sie auch nicht falsch. Also, was ist nun die Orgel und welche Rolle spielt sie bei uns im Gottesdienst?

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Pfarrer Martin Dubberke
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Was für eine Woche? Da titelt am Dienstag die BILD-Zeitung „Ab heute regiert die Hoffnung!“ und meint damit die neue Bundesregierung, die es dann im zweiten Anlauf geschafft hat, ins Amt zu kommen. Und am Mittwoch begann das Konklave in Rom, aus dem am Donnerstag nach dem vierten Wahlgang Robert Prevost als Leo XIV. hervorging.  Da wird ein Amerikaner an dem Tag Papst, an dem vor 80 Jahren die Deutsche Wehrmacht kapituliert und damit das Volk und die Welt vom Krieg und der Nazi-Herrschaft befreit wurde.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 36 - Das Chorgestühl

Das Chorgestühl
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In unserer Johanneskirche in Partenkirchen gibt es im Altarraum eine Bank, gewissermaßen eine Chorbank. Vor einer Weile hat hier Andreas Beer wieder die Rückenlehnen angebracht. Da kam nicht nur ein wenig Wärme in den Altarraum, sondern auch so ein Touch von Chorgestühl. Naja, nur für Menschen mit viel Fantasie.

Aber was ist eigentlich so ein Chorgestühl? Ist das für den Kirchenchor vorgesehen, wenn der mal im Gottesdienst singt und gesehen werden soll?

ANgeDACHT - Die Kraft liegt im Bekenntnis

Pfarrer Martin Dubberke
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Hinter uns liegt eine mediale Mega-Kirchenwoche. Jeden Tag ist die Kirche in den Schlagzeilen, seitdem Papst Franziskus gestorben ist und sich nun alle Augen auf Rom richten. Die Menschen schauen darauf, was dieser Papst bewegt hat und was er nicht bewegt hat. Als ich nach einer Beerdigung in dieser Woche noch mit dem Bestatter und dem Friedhofsgärtner zusammenstand und wir uns unterhielten, sagte der Gärtner, dass ihm gar nicht bewusst gewesen sei, wie sehr dieser Papst die Kirche verändert habe.

Was war in der fünfzehnten Woche wichtig?

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WIEDERHOLUNGSAUDIT GRÜNER GOCKEL

Auch diese Woche war wieder gut gefüllt. Am Montagabend saßen die beiden Umweltbeauftragten unserer Gemeinde – Prof. Klaus Schäfer und Uli Lorenz – mit den beiden Vertrauensleuten Carina Benning-Heufelder und Michael Koepke sowie Pfr. Martin Dubberke zusammen. Dieses Treffen war ein Teil des Wiederholungsaudits für den Grünen Gockel. Hier haben wir zugleich auch die nächsten wichtigen Themen für die Zukunft besprochen, die wir miteinander angehen wollen. Mehr dazu später.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 32 - Das Kirchengestühl

Kirchengestühl
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Als ich im vergangenen Sommer in der Hamburger Kunsthalle war, blieb ich vor einem Bild von Hendrick van Steenwijck d.Ä. stehen, das um 1585 entstanden war und den Innenraum einer mittelalterlichen Kirche zeigt. Dieses Bild zog mich in seinen Bann. In dieser Kirche stand nicht eine einzige Bankreihe, aber es gab in dieser Kirche eine große Geschäftigkeit.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 31 - Die Kanzel

Die Kanzel
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Kommt man in eine Kirche fällt einem in der Regel auch gleich die Kanzel auf. Es gibt Kirchen, in denen die Kanzel mehr einem Rednerpult gleicht und es gibt Kanzeln, die erzählen ganze Geschichten und werden selbst zu einer kunstvollen Predigt. Dann gibt es Kanzeln, die leicht erhöht sind oder solche, die in den Hochaltar integriert sind. Das findet man häufig in meiner alten Heimat in den brandenburgischen Dorfkirchen.

ANgeDACHT - Schmerzfrei dank Weisheit

Pfarrer Martin Dubberke
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Wer jetzt denkt, dass es heute unter der Überschrift „Schmerzfrei Dank Weisheit“ von mir Alternative Schmerzmedizin gibt, der irrt. Nein, ich habe keinen Ersatz für Schmerztabletten im Gepäck. In dieser Passionszeit haben wir in der Region Süd unseres Dekanats die Predigtreihe „Schmerzpunkte“. Doch was sind Schmerzpunkte? Schmerzpunkte sind spezifische Probleme, Herausforderungen oder Bedürfnisse, die wir Menschen erleben. Diese können physischer, emotionaler, psychischer, politischer oder sogar wirtschaftlicher Natur sein.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 28 – Der Altar – Tisch des Herrn

Der Altar - Tisch des Herrn
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Die frühe Christenheit kannte noch keinen Altar. Damit hob sie sich von allen anderen Religionen ihrer Zeit ab. Denn im Gegensatz zu allen anderen Religionen der Antike brauchte das Christentum auch keinen Altar, denn Jesus Christus, der am Kreuz gestorben war, war das Opfer, das alle anderen Opfer überflüssig machte. Das Christentum war damit von ihrem Wesen her eine altarlose Religion.

Im Mittelpunkt stand das Zusammenkommen der Gemeinde am ersten Tag der Woche. Das können wir in der Apostelgeschichte 20,7 nachlesen:

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 29 – Das Altarkreuz

Das Altarkreuz
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Das Kreuz ist wohl das bekannteste Wiedererkennungszeichen des Christentums. Wer ein Kreuz sieht, weiß in aller Regel sofort, worum es geht. Viele Menschen tragen ein Kreuz an eine Kette um den Hals, manche haben es sich auf den Rücken oder den Oberarm tätowieren lassen. Die meisten Menschen tragen das Kreuz als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Kirche, zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 27 - Der Altar - Ausrichtung

Der Altar - Ausrichtung
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Der Altar ist der Mittelpunkt einer jeden Kirche. Und er steht in aller Regel im vorderen Bereich einer Kirche. Er bildet das Zentrum einer Kirche. Alles und alle Blicke laufen auf den Altar zu. Das hat verschiedene Gründe. Menschen haben immer Altäre an Orten errichtet, die sie für heilig gehalten haben, an denen sie Gott für gegenwärtig hielten. Das konnten wir in den vorangegangenen Kapiteln sehen.

Was war in der sechsten Woche wichtig?

Rund um die Johanneskirche
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Glaube - Wunder - Schön in Grainau

Als Ralf Tikwe und ich am Mittwoch in Grainau ankamen, habe ich erst einmal die Heizung im Gemeinderaum eingeschaltet, damit es ein wenig wärmer im Raum werden konnte, damit wir am Ende nicht miteinander frieren. Wir stellten uns die Frage, wie viele denn kommen würden. Am Ende kamen zehn Grainauerinnen und Grainauer, um mit Ralf Tikwe, Gottfried von Segnitz und mir ins Gespräch zu kommen und zu hören, was wir Neues erzählen würden.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 26 - Der Altar - Standortbestimmung

Der Altar - Standortbestimmung
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Wo steht eigentlich in der Kirche der Altar? Mittendrin, direkt an der Wand oder so, dass man drum herum gehen kann?

Unsere Mesnerin Elisabeth Beer hat mir kürzlich eine sehr schöne Geschichte aus ihrer Heimat erzählt. Dort gab es einen Altar, um den man sich nicht beim Abendmahl herum versammeln konnte, so wie wir es bei uns z.B. in der Johanneskirche können. Also hielten zwei Kirchenälteste ein Tuch, eine Altardecke, die nun den Altar, den Tisch, um den sich die Gemeinde herum versammelt, symbolisieren sollte.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 25 - Der Altar im Neuen Testament

Kirchenausstattung - Der Altar im Neuen Testament
Bildrechte Martin Dubberke

Der Altar im Neuen Testament hat eine deutlich tiefere symbolische Bedeutung als im Alten Testament. Waren im Alten Testament die Altäre immer physischer Natur, geht es nun über das Physische hinaus. War der Altar ein Ort der Opferung und der Begegnung mit Gott, so wird nun diese Vorstellung durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz erfüllt und transformiert.

ANgeDACHT - Du tust mir kund den Weg zum Leben

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Als ich den Monatsspruch für den Februar sehe, denke ich so bei mir: Passt!!!  „Du tust mir kund den Weg zum Leben“ (Psalm 16,11) Ja, so und nicht anders ist es. Die zurückliegenden Tage in unserem Land, in unserer Republik gehen mir nicht aus dem Kopf. Und natürlich denke ich dabei an den 23. Februar. Ein lieber Kollege von mir würde jetzt wahrscheinlich fragen: „Ja, sind die jetzt alle vogelwild geworden?“

War war in der vierten Woche wichtig?

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Dekanatskonferenz

Einmal im Monat treffen sich alle Pfarrerinnen und Pfarrer, alle Diakoninnen und Diakone im Haus der Evangelischen Kirche in Weilheim zur Dekanatskonferenz. Zum einen geht es um inhaltliche Themen, wo immer ein Referent oder eine Referentin kommt und zum anderen gibt es einen Geschäftsteil, in dem eine ganze Menge Dinge geregelt werden müssen, wo es auch um Informationen aus der Landeskirche geht.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 24 - Der Altar im Alten Testament

Altar
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Um sich der Frage, was ein Altar ist und welche Bedeutung er hat, anzunähern, ist es ganz hilfreich, mal ein wenig in der Bibel zu stöbern. Das Thema "Altar" zieht sich durch die gesamte Bibel und hat in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen. Am Beispiel einiger zentraler Stellen wird deutlich, dass der Altar durch die Geschichte hindurch verschiedene Bedeutungen hatte und hat. Einige dieser Stellen möchte ich beispielhaft vorstellen:

Zuerst Genesis 8,20:

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 23 - Der Altar

Kirchenausstattung - Altar
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Wer eine Kirche betritt, sieht in aller Regel sofort den Altar. Alles in einer Kirche ist auf den Altar ausgerichtet, der gewissermaßen den Mittelpunkt einer Kirche bildet. Dabei kann der Altar viele Formen haben. In vielen evangelischen Kirchen steht da ein einfacher Tisch, in manchen Kirchen – insbesondere in meiner alten Heimat Berlin-Brandenburg – gibt es Altäre, die mit der Kanzel kombiniert sind. Sprich: Altar und Kanzel bilden eine Einheit. Der Altar hat dann etwas von einem Hochaltar.

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 22 - Topf oder Vase

Topf oder Vase
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Blumen sind Botschafter. Sie tragen eine Botschaft, die wir heute oft nicht mehr dechiffrieren können. Was sie bedeuten können, haben wir am Beispiel der Rose und der Lilie sehen können. Ebenso konnten wir an diesen beiden Beispielen auch sehen, dass nicht nur die Blume, sondern auch die Farbe der Blume eine Botschaft transportieren kann. Aber was ist nun mit der Frage ob Topf oder Vase?