Wir wollen uns gerne wagen

Johanneskirche - Kirchenschiff
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, wir gehen als Kirchengemeinde und als Kirche keinen einfachen Zeiten entgegen. Der liebe Gott möchte, dass wir uns auf den Weg machen. Nicht auf den Weg raus aus der Kirche, sondern auf den Weg in die Welt, um den Menschen das Evangelium nahe zu bringen, sie das Evangelium zu lehren und vor allem, sie zu lehren, das zu halten, was Jesus uns befohlen hat.  Wir haben es ja gerade erst als Lesung des Evangeliums gehört:

Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Matthäus 28,19-20

Wie anders sieht unsere Situation aus? Die Menschen treten aus der Kirche aus. Sie wenden sich von der Kirche ab, weil sie mit ihr nichts mehr anfangen können. Sie gehen nicht nur zur Kirche auf Distanz, sondern können auch mit der Religion nichts mehr anfangen. Die aktuelle Kirchenmitgliedschaftsstudie hat es deutlich herausgearbeitet. Und das ist ein Problem, das im wahrsten Sinne des Wortes ökumenisch ist.

In unserem Land sind mittlerweile weniger als die Hälfte aller Menschen noch Mitglied einer der beiden großen Kirchen. Doch groß sind wir immer noch, weil sich uns noch immer mehr Menschen verbunden fühlen als den Parteien oder den Fußballvereinen in unserem Land. Aber es ist natürlich ein Problem. Je weniger Menschen in unseren Kirchen sind, desto weniger Kirchensteuern gibt, desto weniger Geld kommt in den Gemeinden an. Desto weniger Pfarrerinnen und Pfarrer gibt, desto mehr Kirchen werden geschlossen oder zu großen Einheiten fusioniert, weil es gar nicht mehr anders geht.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich damals als junger Theologiestudent beim persönlichen Referenten meines Bischofs gesessen habe, weil ich den Antrag zu Aufnahme auf die Landesliste der Berliner Theologiestudenten gestellt hatte. Der Platz auf dieser Liste war die Voraussetzung, um später in den kirchlichen Dienst eintreten zu können. Dieser Referent hieß Zipser. Und Herr Zipser fragte mich, ob ich wirklich Pfarrer werden wolle, weil man mich doch, wenn ich einmal mit dem Studium und dem Vikariat fertig sein würde, nicht mehr brauchen würde. Innerlich zeigte ich ihm damals einen Vogel und sagte, dass ich von meinem Wunsch, Pfarrer zu werden nicht ablassen würde.

Pfr. Zipser sollte aber Recht behalten. Als ich mit meinem Vikariat fertig war, brauchte uns die Kirche damals nicht mehr und schickte uns in die Arbeitslosigkeit, so auch mich. Und so nahm mein Leben eine ganz andere Wende, eine ganz andere Spur auf, als ich es mir einst gedacht hatte. Ich wollte doch nur ein einfacher Gemeindepfarrer werden und mein ganzes Berufsleben in einer Gemeinde bleiben, die Menschen über Generationen hinweg begleiten. Aber meine Kirche sah das anders und heute kann ich sagen, dass der liebe Gott das anders gesehen hat. Er hatte mit mir etwas anderes vor.

Er schickte mich auf einen ganz anderen, als von mir geplanten Lebensweg. Und ich sage es Euch ehrlich: Mir war damals zum Heulen und Zähneklappern. Ich hatte doch nur Predigen gelernt. Wovon sollte ich leben? Und das Arbeitsamt glaubte, dass wir die Kollekte geklaut hätten oder andere schlimme Dinge getan hätten, weil man doch sonst nicht als Kirchenbeamter entlassen würde. Wir waren damals in Berlin der erste Jahrgang, der zum Arbeitsamt geschickt wurde.

Und so konfrontierte mich der liebe Gott knallhart mit der Realität, mit der Realität, die damals viele Menschen in unserem Lande kannten, denn es war noch lange, bevor wir das Wort Fachkräftemangel kennenlernten.

Es gab eine Zeit, in der ich nicht wusste, wie ich meine Miete bezahlen soll, ob das Geld noch bis zum Monatsende reichen würde und vor allem, wie meine Zukunft aussehen sollte, womit ich mein Geld verdienen könnte. Ich fing an, mich auf alle möglichen Stellen zu bewerben. Aber wer brauchte damals schon einen Theologen? Was sollte man mit einem ausgebildeten Pfarrer anfangen?

Von mir war Kreativität gefordert, aber auch Flexibilität. Stillstand wäre mein Untergang gewesen. Gott hatte mich eingeladen, dem neuen Weg zu trauen. Und ganz ehrlich, mir wurde mehr und mehr bewusst, dass Gott mich prüfen wollte. Er wollte von mir wissen, wie ernst ich das mit dem Pfarrer meinen würde, ob ich durchhalten würde. Denn ich war mir innerlich immer sicher, dass ich eines Tages Pfarrer sein würde. Ich trug in meinem tiefsten Innern immer die Gewissheit, dass ich einmal Pfarrer sein würde.

Und so schickte mich Gott auf eine lange Reise, die mehr als ein viertel Jahrhundert dauerte, bis ich endlich Gemeindepfarrer werden durfte. Und mir wurde mehr und mehr deutlich, dass Gott einen Plan mit mir hatte. Ich sollte lernen, mich in dieser Welt da draußen, in die uns Jesus zum Lehren und Taufen geschickt hatte, zu behaupten.

Der liebe Gott, wollte mich mit der totalen Realität unserer Kirche konfrontieren und damit mit der absoluten Realität unserer Welt. Er wollte, dass ich lerne, mich in dieser Welt zu behaupten, als Christ zu behaupten, meinen Glauben zu leben und über meinen Glauben zu reden, meinen Glauben zum Selbstverständlichsten werden zu lassen, was es gibt.

Und ich rede gerne über meinen Glauben, über unseren Glauben. Gott hat mir gezeigt, dass ich kein Amt in der Kirche brauche, um über den Glauben zu sprechen, mit anderen Menschen über meinen Glauben zu sprechen. Gott hat mir gezeigt, dass ich keine Kirchengebäude brauche, um mit Menschen meinen Glauben zu teilen, sie zu lehren, was mir der Glaube bedeutet, ihnen nahezubringen, wie Glaube die Welt verändern kann.

Und ich bin zutiefst dankbar dafür, dass mich Gott auf diesen Weg geschickt hat, der mich schließlich hierher zu Euch nach Garmisch-Partenkirchen geführt hat, um Euer Pfarrer zu sein.

Und so, wie mich Gott vor drei Jahrzehnten auf den Weg geschickt hat, so schickt er uns alle heute auf den Weg. Er will wissen, wie ernst es uns mit dem Glauben und der Kirche ist.

Er stellt uns die Frage, ob wir auf dem gewohnten Weg bleiben wollen, oder ob wir glaubensmutig sind und neue Wege wagen. Er stellt uns die Vertrauensfrage, ob wir ihm vertrauen, aufzubrechen. So wie einst das murrende israelische Volk nicht aus Ägypten aufbrechen wollte und dann doch loszog, aber immer wieder an ihren inneren und äußeren Widerständen zu scheitern drohte. Nicht umsonst war der Weg in das nahegelegene Israel so lang und weit.

Wir haben uns sehr gut eingerichtet in unserem Leben, in unserem Gemeindeleben und doch haben sich viele von uns noch nicht daran gewöhnt, dass es nicht mehr wie früher ist und wie früher sein kann. Aber wir dürfen neben der Nächstenliebe von Jesus noch etwas lernen: Nachfolge. Erinnert Euch nur daran, wie das mit den ersten Jüngern war. Die gingen alle ihren Jobs nach und Jesus sprach einen nach dem anderen von ihnen an und lud sie ein, sich ihm anzuschließen und ihm zu folgen.

Jesus ist nicht gekommen, damit wir bequem in den uns so lieb gewordenen Verhältnissen und Strukturen leben, sondern Jesus ist gekommen, damit wir aufbrechen. Jesus hat seine Jünger dem gewohnten Trott entrissen. Er hat sie von ihrem Alltagstrott befreit und sie haben sich auf eine ganz spannende Reise mit ihm begeben. Hätten sie das nicht getan, würden wir heute nicht hier an diesem Ort zusammenkommen, um unseren gemeinsamen Glauben zu bekennen, sein Evangelium zu hören und unsere Herzen entzünden und brennen zu lassen.

Und genau in dieser Situation befinden wir uns heute wieder. Gott will, dass wir aus dem gewohnten Trott ausbrechen und das Evangelium da draußen in der Welt wirken zu lassen. Und wie notwendig das ist, sehen wir am Zustand unserer Welt, den Kriegen und Katastrophen und nicht zuletzt an den leeren Kirchenbänken. Nur gemeinsam können wir das ändern. Wir müssen uns gemeinsam auf diesen Weg machen. Jesus ist diesen Weg ja auch nicht alleine gegangen, sondern er hat sich zwölf Menschen gesucht, die ihn auf diesem Weg begleitet haben, damit sie lernen, damit sie ihm nachfolgen, damit sie Multiplikatoren werden. Deshalb hat er sie auch in die Welt gesandt, damit sie das Evangelium lehren, damit sie taufen, damit sie lehren das Evangelium zu halten. Und wie wenig das, was Jesus uns gelehrt hat, heute gehalten wird, das sehen und erleben wir jeden Tag.

Nikolaus von Zinzendorf hat ein wunderbares Lied gedichtet:

Wir wollen uns gerne wagen,
in unsern Tagen,
der Ruhe abzusagen,
die’s Tun vergisst.

Gott will, dass wir der Ruhe absagen. Immer wieder bin ich darüber begeistert, was im Ersten Petrusbrief steht:

Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.

1. Petrus 2,5

Es geht nicht um Gebäude, sondern es geht darum, dass jede und jeder von uns ein lebendiger Stein in einer lebendigen Kirche ist. Wir gemeinsam bilden diese Kirche. Wir gemeinsam sind Kirche. Wir gemeinsam leben Kirche.

Das Wort »Kirche« leitet sich vom griechischen Wort »kyriake« ab. Und das hat nichts mit einem Kirchengebäude zu tun, sondern bedeutet »dem Herrn gehörig«. Es lässt sich also von Kirche nur im Sinne der Gemeinde sprechen, die »kyriake« ist. Der Raum hat also seine Bedeutung nur von der sich darin treffenden Gemeinde her.

Ich weiß, dass vor uns ein schwieriger Weg liegt. Aber ich vertraue Gott bei alledem. Ich glaube ganz fest aus der Erfahrung meines Lebens mit Gott an meiner Seite, dass es sich lohnt, aufzubrechen.

Und Ihr kennt ja mein Lieblingszitat von Dietrich Bonhoeffer:

Ein schwerer, verhängnisvoller Irrtum ist es, wenn man Religion mit Gefühlsduselei verwechselt. Religion ist Arbeit. Und vielleicht die schwerste und gewiß die heiligste Arbeit, die ein Mensch tun kann.

Dietrich Bonhoeffer - Barcelona, Berlin, Amerika 1928-1931, DBW Band 10, Seite 484

In diesem Sinne und in dieser Gewissheit, sage ich aus tiefstem Innern heraus: Amen.

Pfarrer Martin Dubberke, Predigt am 3. Sonntag nach Epiphanias in der Johanneskirche zu Partenkirchen, am 21. Januar 2024 mit anschließender Gemeindeversammlung

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Mehr Texte von Pfarrer Martin Dubberke

Hosianna 2022

Palmbusche in der Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, in den vergangenen Tagen habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, was passieren würde, wenn Jesus z.B. in Kiew oder einer anderen ukrainischen Stadt, einem anderen Ort einziehen würde.

ANgeDACHT - Andauernd & kraftvoll beten

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Dieser Krieg zieht weite Kreise, wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Wir erleben es an den Flüchtlingen, die nun unter uns leben. Wir erleben es, an den Tankstellen, aber wir erleben es auch im Supermarkt, wenn wir Mazola oder Sonnenblumenöl kaufen wollen. Die Menschen hamstern wieder. Ein Symptom. Doch dieses Mal weist dieses Symptom auf etwas hin, was nicht so lächerlich ist, wie das Hamstern von Toilettenpapier am Anfang der Pandemie, sondern auf eine drohende Hungerkatastrophe.

Predigt - Gib uns Frieden jeden Tag

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, ich selbst habe nie einen Krieg erlebt, habe nie die Ängste durchlitten, wenn Bomben vom Himmel fallen, habe nie die Angst gehabt, unter den Trümmern des Hauses, in dem ich wohne, begraben zu werden.

Ich habe nie das Kriegstrauma gehabt, wie es meine Eltern hatten und haben. Ich musste nie die Frage stellen: „Gott, warum habe ausgerechnet ich überlebt?“

ANgeDACHT - Mit brennender Sorge

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Mit brennender Sorge blicken wir in die Ukraine. Nie war seit 1939/45 ein Krieg so nah an unseren Grenzen. Nie gab es seit dem zweiten Weltkrieg einen Krieg mitten in Europa. Nie war die Gefahr eines Flächenbrandes so groß wie heute.

Einem Blitzkrieg gleich hat Putin ein freies Land mit einer demokratisch gewählten Regierung überfallen. Das ist ein Kriegsverbrechen.

ANgeDACHT - Die Sache mit dem Zorn

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Am Mittwoch haben wir uns wieder zum Monatsspruch getroffen — so wie jeden ersten Mittwoch im Monat. Um 12:00 Uhr kommen wir zu einer Art Mittagsgebet online zusammen und sprechen über den aktuellen Monatsspruch. Dieses Mal stand ein sehr spannender Vers aus dem Brief an die Epheser zur Diskussion:

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“ Epheser 4, 26

ANgeDACHT - Achtsamkeit in der Hektik des Alltags

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Ich musste dieser Tage schmunzeln, als ich über ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer gestolpert bin: „Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Das ist die Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind.“

Selbstverständlich hielt ich beim ersten Teil sofort den Atem an -“kein Gebot zu arbeiten“ - das ist ja eine steile Angelegenheit!?!

Aber dann las ich ja sofort die Sache, mit dem Ruhen von der Arbeit und dem Umdenken.

ANgeDACHT - Weil nichts selbstverständlich ist

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Wir haben viele Gründe, Gott zu danken und es ist gut, dass er uns immer wieder mal daran erinnert, dass nichts weder selbstverständlich noch nur aus uns selbst heraus ist, sondern alles seinen Ursprung bei ihm hat.

Dank ist eine Haltung, eine Lebenseinstellung, die unser Leben verändert. Ich habe dieser Tage einen schönen Satz gelesen:

„Ein Mensch, der dankbar auf sein Dasein blickt, wird anders leben als einer, der ständig das Gefühl hat, zu kurz zu kommen.“

ANgeDACHT - Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Schon mal darauf geachtet, was da gerade alles im Wahlkampf passiert? - Da erzählen ganz viele Politikerinnen und Politiker den Menschen alles mögliche, damit sie am Ende des Tages gewählt werden. Sie schwindeln, weil sie dem Wahlvolk nicht wehtun wollen, da sie ja ihre Stimmen brauchen, um an die Macht zu kommen. Und wenn sie sich einig sind, lügen sie sogar dreist gemeinsam. So geschehen im sogenannten Triell auf RTL, als allen Kandidatin und Kandidaten die Frage gestellt wurde, ob die Rente mit Siebzig kommt.

ANgeDACHT - Vergiss nicht

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103, 2

Drei Stichworte fallen mir sofort ins Auge:

  • Lobe den Herrn
  • meine Seele
  • dir Gutes getan

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit immer wieder Menschen begegne und auch in manchen Gesprächen zuweilen diese Fassung höre:

„Klage dem Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Schlechtes getan hat.“

ANgeDACHT - Anfassen oder vertrauen?

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Wie halten Sie, wie haltet Ihr es eigentlich mit Götzen? Habt Ihr welche?

Es gibt ja auch noch das wunderbare Wort „ergötzen“ – Ich ergötze mich an Deinem Anblick oder einem köstlichen, erfrischenden Eis. Ergötzen, also jemandem Spaß, Vergnügen oder Freude bereiten oder selbst an etwas Vergnügen haben. Ich ergötze mich an der Treue und Liebe Gottes. Das ist doch etwas, wo man gleich spürt, dass da lustvolle, fröhliche Kraft dahintersteckt. Also, woran ergötzen wir uns so?

ANgeDACHT - HERR, neige mein Herz nicht zum Bösen!

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Dieser Tage bin ich über einen Vers des Propheten Daniel 9,7 gestolpert: Du, HERR, bist gerecht, wir aber müssen uns heute alle schämen.

Hier geht es um ein großes Schuld- und Sündenbekenntnis, die Scham für das eigene Fehlverhalten, sich nicht an die Spielregeln Gottes gehalten zu haben, die den Menschen, also uns, von den Propheten in regelmäßigem Nachhilfeunterricht samt Konsequenzen vorgebetet worden sind und werden.

Und sogleich kam mir mal wieder Psalm 141,4 in den Sinn:

ANGeDACHT - Mehr Gottvertrauen als Angst

Pfr. Martin Dubberke vor der Johanneskirche in Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Meine früheste Erinnerung an Angst, ist eine Folge von „Mit Schirm, Charme und Melone“. Ich weiß gar nicht mehr, wie alt ich damals gewesen bin. Das war so eine Folge, in der es so einen Robotermenschen gab, vor dem man nicht fliehen konnte. Mit seinem Stahlarm durchschlug er jedes Hindernis. Und so träumte ich dann auch von ihm. Ich erinnere mich noch, wie ich ihn im Traum kommen höre und vor ihm versuchte zu fliehen. Aber wohin ich auch floh, fand er mich.

Sollt ich meinem Gott nicht singen?

Pfr. Martin Dubberke
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Liebe Geschwister, seit einem Jahr wandeln wir durch eine seltsame Zeit, ein dunkles Tal und fragen uns vielleicht so manches Mal: „Mein Gott, warum hast du uns verlassen?“

Seit einem Jahr ist unser Leben anders, anders als wir es uns je in unserem Leben gedacht hätten.  Es gibt niemanden unter uns, an dem all das keine Spuren hinterlassen hat, Spuren im Leben und Spuren auf der Seele.

Verlassenheit und Einsamkeit haben einen Namen bekommen und auch die Angst.

Video-Ostergruß aus Garmisch-Partenkirchen

Ostergruß 2021
Bildrechte Martin Dubberke

Vor einem Jahr, als wir in all unsren Kirchen zu Ostern die Glocken mut- und kraftvoll läuten ließen und danach Christ ist erstanden bei offenen Fenstern und Türen auf unseren Orgeln gespielt haben, haben wir alle gehofft, dass wir die Pandemie bis Ostern 2021 überwunden hätten. Doch auch in diesem Jahr hat uns die Pandemie noch nicht losgelassen und bestimmt unser Leben. Doch in diesem Jahr können wir wieder Gottesdienste feiern, wenn auch noch nicht singen. 

ANgeDACHT - Das Schöne

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Lasst uns heute mal über das Schöne nachzudenken. Wie passend und hilfreich ist uns dabei der Wochen-Psalm 25, weil wir ja in der Reminiscere-Woche sind und wir   uns ja auch mit dem Erinnern beschäftigen wollen.

Der Psalmbeter macht eine lange Aufzählung dessen, woran sich Gott erinnert oder erinnern möge:

ANgeDACHT - Das Notwendige

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

„Nicht die Welt aus den Angeln zu heben, sondern am gegebenen Ort das im Blick auf die Wahrheit Notwendige zu tun, kann die Aufgabe sein.“

Dieses Zitat stammt aus Dietrich Bonhoeffers Ethik. Und ich finde, dass er uns mit so einem Satz erdet und zugleich auch deutlich macht, dass wir als Kirche oder auch als einzelne Christinnen und Christen nicht die Welt retten können und müssen, weil wir uns daran nämlich verheben würden, denn wir sind nicht Jesus Christus. Aber wir dürfen auch nicht vor den Missständen in aller Welt schweigen.

Mehr als nur Blumen

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, heute vor 1552 Jahren hat Papst Gelasius – das bedeutet „der Heitere“ – den Gedenktag des Heiligen Valentinus für die ganze Kirche eingeführt. Gelasius war – nebenbei gesagt – der dritte Papst aus Afrika. Interessanterweise wurde der Gedenktag dann 1500 Jahre später aus dem Calendarium Romanum Generale gestrichen.

Begabt sein heißt geben

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, erinnert Ihr Euch noch an Heilig Abend als wir aufgrund der Ausgangssperre nicht die Christmette miteinander feiern konnten? Erinnert Ihr Euch noch daran, als sie uns im vergangenen Jahr verboten haben, Gottesdienste zu feiern? Als wir uns als Kirche aus guten Gründen darauf eingelassen haben, nicht zu widersprechen?

Es gab viele Menschen, die es traurig fanden und finden, nicht in den Gottesdienst gehen zu können, die noch immer sagen, dass wir damals als Kirche eingeknickt seien, die uns das nachtragen und wohl noch lange nachtragen werden.

ANgeDACHT - Im Glauben gehen wir unseren Weg, nicht im Schauen

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Der morgendliche Blick in Losung und Lehrtext oder einfach mal selber die Seiten der Bibel über den Daumen gleiten lassen und sich überraschen zu lassen, wo man landet,  ist gewissermaßen mein morgendlicher geistlicher Espresso, den ich zusammen mit einem Espresso in der Hand genieße, noch bevor ich mit jemand anderem geredet oder an etwas anderes gedacht haben könnte. Und so nehme ich den ersten Schluck von meinem kleinen heißen Kaffee und bin neugierig, welchen Kick mir die Bibel für den Tag geben wird. Und dieses Mal landete mein Daumen auf diesen Versen:

ANgeDACHT - Füll uns mit Deinem Geiste

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Mir geht in diesem Tagen immer wieder die Melodie zu dem Paul-Gerhardt-Lied „Nun lasst uns gehen und treten“ durch den Kopf. Er schrieb dieses Gedicht 1653 und wir können aus seinen Zeilen noch die Schrecken hören, die Paul Gerhardt dreißig Jahre seines Lebens begleitet und geprägt haben. Der Dreißigjährige Krieg war 1653 gerade mal ein halbes Jahrzehnt vorüber:

Und die vorletzte Strophe, die 14., löst bei mir geradezu Gänsehaut aus, weil Paul Gerhardt es genau auf den Punkt bringt, was die Menschheit braucht: 

Unser Gemeindeteam wünscht frohe Weihnachten - Eine Online-Andacht

Das Gemeindeteam
Bildrechte Martin Dubberke

Für alle, die heuer zu Weihnachten nicht in unsere Gottesdienste in Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Burgrain, Farchant oder Oberau kommen können, haben wir diesen Weihnachtsgruß gemacht. Jede und jeder von uns hat sich eine Figur aus der Krippe ausgesucht und so ist gewissermaßen eine ganz besondere Weihnachtskrippe entstanden.

Mitgemacht haben:

ANgeDACHT - Ein anderer Advent

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Es ist Advent und kaum einer merkt es. Es gibt keine Adventsmärkte. Auf den Straßen fehlt der Duft von Glühwein, Bratwurst und Co. Es gibt keine Buden oder Stände auf den Straßen. Es fehlt die ganze Musik, die ganzen amerikanischen Weihnachtsschlager, über die manch einer sich jedes Jahr ärgert.

Die fromme Mittagspause und andere neue Corona-sichere Angebote

Die fromme Mittagspause mit Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Es gibt etwas, das mich in diesem Jahr so richtig genervt hat: Das Absagen von Veranstaltungen. Warum? Weil Corona mal wieder dagegen war. Und dann habe ich eine wunderbare Erfahrung gemacht. Ich habe mich mit anderen per Videokonferenz zu Gesprächsrunden, zum Austausch und zur Fortbildung via Zoom getroffen. Das ist zwar nicht so, wie ein richtiger Abend oder Treff in der Gemeinde, wo man gemütlich zusammensitzt, aber es kommen auch mit einem Male Menschen zusammen, die sonst nicht zusammenkommen.

ANgeDACHT - Eine Brücke über das Höllental

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Der eine oder die andere wird vielleicht in der Zeitung gesehen haben, dass ich zusammen mit Josef Konitzer die neue Brücker über das Höllental am vergangenen Samstag gesegnet habe. Natürlich habe ich mir da ein paar Gedanken vorher darüber gemacht. Sprich: Ich habe mich mal in der Bibel auf die Suche nach Brücken und Stegen gemacht. Und soll ich was verraten?

ANgeDACHT - Er führet mich auf rechter Straße

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Pfr. Martin Dubberke

„Er führet mich auf rechter Straße.“ – In meinem unschuldigen Konfirmandenglauben vor vierzig Jahren, hatte ich ein anderes Bild als heute von diesem Vers aus dem Psalm 23. Damals glaubte ich noch daran, dass er mich wirklich an seine Hand nimmt und darauf achtet, dass ich nicht vom Weg abkomme. Das hat sich mittlerweile geändert. Heute habe ich dieses wunderbare, romantische Bild nicht mehr.

ANgeDACHT - Dem Blick standhalten

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Pfr. Martin Dubberke

Es gibt manchmal so Situationen, da frage ich mich, wie das eigentlich so war, wenn Gott jemandem im Traum begegnet ist oder in einem Dornbusch oder wie auch immer. Wie muss ich mir das vorstellen?

Meine Augen sehen stets auf den HERRN?

Aber hat Gott nicht einmal zu Mose gesagt, dass man es gar nicht aushalten würde, ihn zu sehen?

ANgeDACHT - Masken

Pfarrer Martin Dubberke mit Mund-Nasen-Bedeckung
Bildrechte Martin Dubberke

Na, haben Sie mich wiedererkannt? – Wie gut kennen Sie meine Augen? Ab morgen ist Maskenpflicht und dann schaut man sich wieder mehr in die Augen. Aber eigentlich hätte es aus Gründen der Nächstenliebe eine Selbstverständlichkeit sein müssen, schon vorher eine solche zu tragen. Die Maske, die ich trage schützt andere und die Maske, die der andere trägt, schützt mich. So einfach kann Nächstenliebe funktionieren.

ANgeDACHT - Hosanna

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Können Sie sich noch an Andrew Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“ erinnern? Das war 1973, als die Verfilmung in die Kinos kam. Wann immer ich an „Jesus Christ Superstar“ denke, klingt in meinem inneren Ohr das

„Hosanna,
Hey Sanna Sanna Sanna Hosanna
Hey Sanna Hosanna“

ANgeDACHT - #Dahoambleim

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Pfr. Martin Dubberke

Liebe Geschwister,

in dieser Woche haben mich in besonderer Weise Losung und Lehrtext vom Freitag bewegt:

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. (Psalm 27,5)

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. (2. Korinther 12,10)