Ein Land darin Weizen wächst

Erntealtar in der Johanneskirche zu Partenkirchen - Erntedank 2022
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, wir leben in einem guten Land…in einem Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe, die aus den Bergen und in den Auen fließen, ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, … wachsen, ein Land, darin es … Honig gibt, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. Und wenn du gegessen hast und satt bist. 5. Mose 8, 8-10a

Wir leben in einem guten Land, in dem wir Freiheit haben, ein Land, in dem wir auf die Straße gehen können und unsere Meinung sagen können, selbst, wenn sie vielleicht total bescheuert sein sollte.

Wir leben aber auch in einem Land, in dem es noch immer die Erinnerung an den Krieg, die Zerstörung der Häuser und der Felder gibt, den Hunger, der Flucht, dem Verlust der Heimat, die absolute Diktatur, die Aggression gegen den Rest der Welt, die mediale Manipulation über gleichgeschaltete Medien.

Doch allmählich stirbt diese Generation aus, die uns noch – wie meine Mutter – von der Flucht aus ihrer Heimat, dem Hunger, der Angst vor den Bomben und den Tieffliegern erzählen können. Meine Mutter war am Ende des Krieges noch nicht ganz 13 Jahre alt. So alt, wie viele der rund 600 Kinder, die mit ihren Müttern aus der Ukraine zu uns in den Landkreis geflohen sind.

Wir leben in einem Land, in dem wir Freiheit und Demokratie lernen durften und was Freiheit und Demokratie möglich wird: Nämlich Wohlstand und – Pardon – der Wohlstandsbauch.

Doch genau darin liegt auch die große Gefahr, denn der Wohlstand, der Wohlstandsbauch macht bequem und lässt vergessen, dass Wohlstand nicht selbstverständlich ist. Ja, lässt auch vergessen, auf wessen Kosten wir im Wohlstand leben.

Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den Herrn, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.

So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. 5. Mose 8, 10-11

Wir leben heute in einer Situation, in der wir die Folgen aus diesem Vergessen erleben. Hielten wir uns an die Gebote Gottes, sähe die Welt anders aus. Würden wir Gott nicht vergessen oder Gott und die Schöpfung für missachtende Politik missbrauchen, sondern aus Dankbarkeit Gott gegenüber handeln, lebten wir in einer besseren Welt, in der es Wohlstand für alle gäbe. Und Wohlstand für alle, hieße, dass die Welt in einem Gleichgewicht wäre, so wie an dem Tag, an dem Gott die Schöpfung abgeschlossen und bedauerlicherweise den Menschen zum Geschäftsführer seiner Schöpfung gemacht hatte.

Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte. Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. 5. Mose 8, 12-17

Wir wollen nicht vergessen, dass Gott diese Worte spricht. Es sind die Worte, die er zu seinem Volk spricht. Es ist eine Ermahnung, bevor das Volk nach vierzig Jahren Wüstenwanderung den Jordan überschreiten wird. Sprich: Gott weiß aus der der Erfahrung von vierzig Jahren Wüstenwanderung mit seinem Volk, dem Murren und dem Anbeten des Goldenen Kalbs, wo die Schwachstellen seines Volkes liegen.

Es sind die gleichen Schwachstellen, die auch wir heute haben. Viele in unserem Land glaubten bislang, dass der Wohlstand, den wir uns erarbeitet haben, aus uns selbst heraus geworden ist. Wir dürfen heute lernen, angesichts der Teuerung, der Explosion der Energiepreise, der Heizung, der Lebensmittel, dass unser Satt sein, unser Reichtum eben nicht allein aus unserer Kraft heraus entstanden sind, sondern, weil es uns Gott ermöglicht hat.

Dass wir in dieser Welt Hunger haben, hat nicht Gott gemacht, sondern der Mensch. Einzig und allein der Mensch ist für den Hunger und den Krieg in dieser Welt verantwortlich. Gott erlässt in keinem Land der Erde eine Teilmobilmachung. Gott schickt in keinem Land dieser Erde Menschen in den Krieg gegen seine eigenen Geschöpfe. Und es ist auch nicht Gott, der den Hunger und die Kriege zulässt, sondern einzig und allein der Mensch. Es sind Menschen, die Gott vergessen haben, die die Dankbarkeit Gott gegenüber verloren haben, weil sie sich selbst so mächtig fühlen als seien sie Gott. Sie sind es aber nicht.

Weil Gott genau um diese Gefahr wusste, mobilisiert er uns zum Guten. Und genau deshalb sagte er uns, was wir in so einem Moment machen sollen, wenn wir glauben, dass alles aus uns selbst herauskommt und wir in unserer Überheblichkeit und Selbstüberschätzung zu wissen glauben, dass wir dazu keinen Gott gebraucht haben, weil wir keinen Gott gesehen haben und es deshalb auch keinen gibt. Wo das geschieht, wo wir die Demut vor Gott verloren haben, haben wir auch die Demut vor dem Nächsten verloren. Und genau deshalb sagt Gott am Vorabend zur Überquerung des Jordans noch folgendes:

Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist’s, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist. 5. Mose 8, 18

So, und hier endet der Predigttext. Ich möchte Euch aber nicht vorenthalten, was Gott noch im nächsten Vers sagen wird. Denn Gott sagt, was geschehen wird, wenn wir all das vergessen:

Wirst du aber den HERRN, deinen Gott, vergessen und andern Göttern nachfolgen und ihnen dienen und sie anbeten, so bezeuge ich euch heute, dass ihr umkommen werdet; 5. Mose 8,19

Und genau daran dürfen wir uns alle erinnern. Die in Politik und Regierung Verantwortlichen genauso wie jeder einzelne von uns. Wir befinden uns gerade in einer Situation in unserer Welt, die Gott in diesem Predigttext als die Gefahr unseres Lebens und unserer Welt vorausgesehen hat.

Jetzt, wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem gilt, was Gott uns in unser Herz gesprochen hat:

Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist’s, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist. 5. Mose 8, 18

Und es ist genau dieser Bund, den er zwischen sich und uns mit seinem Sohn Jesus Christus erneuert hat.

Ihr seht, dass ich heute nicht alleine gekommen bin, sondern, dass mit mir gemeinsam auch Mitglieder aus unserem Tafelteam dabei sind, die wie ich die grüne Schürze tragen. Wir merken an jedem Tag der Woche, wie sehr sich die Welt verändert hat. Wir merken es daran, dass wir viel weniger Lebensmittel aus den Märkten bekommen, weil in den Märkten weniger übrigbleibt, weil weniger in die Märkte geliefert wird. Und wir geben an fünf Tagen in der Woche Lebensmittel aus. In Murnau, Mittenwald, Oberammergau, oder nach Hause zu den Menschen, die nicht mehr selbst kommen können und nicht zuletzt an jedem Freitag hinter unserer Johanneskirche. Jeden Tag sortiert das Team Lebensmittel, die wir bekommen.

Und wir merken, dass immer mehr Menschen zu uns kommen, die unsere Hilfe brauchen und das nicht nur aus den Ländern in denen – wie in der Ukraine – Krieg herrscht, sondern auch aus anderen Ländern, in denen Unterdrückung und Hunger herrscht. Und es werden in diesem Winter noch mehr Menschen kommen, als sonst, weil der Winter auch in der Ukraine einziehen wird, wo Häuser und Infrastruktur in vielen Teilen des Landes zerstört sind, weil die Balkanroute von Serbien wieder geöffnet wurde und weil sich noch mehr Menschen bei uns in Garmisch-Partenkirchen sich das Leben nicht mehr leisten können. Ich höre und erlebe Woche für Woche, Geschichten, von Menschen, die Angst haben, auch Angst haben, ihre Wohnung zu verlieren, weil sie sich all das nicht mehr leisten können. All diese Menschen sind ein Symbol des Endes der Selbstverständlichkeit.

In der Geschichte von der Speisung der Viertausend sagt Jesus:

Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen. Markus 8,2-3

Es jammert auch mich und uns alle von der Tafel, dass Menschen nichts zu essen haben. Und es jammert auch uns, dass wir mittlerweile immer wieder Menschen mit leeren Taschen heimgehen lassen müssen, weil wir keine Lebensmittel mehr haben.

Und dennoch erlebe ich jede Woche Dankbarkeit an unserer Tafel. Wir oft nehmen uns Menschen in den Arm oder kommen zu uns, lächeln uns an und sagen fröhlich Danke zu uns, auch wenn nicht mehr so viel in ihre Taschen legen können wie noch vor einem Jahr.

Auch wir selbst sind dankbar. So wie gerade am Freitag, als wir mit Bananen großzügig sein durften, weil wir so viele davon hatten. Und wir sind auch dankbar dafür, dass uns Vereine und Menschen finanziell unterstützen, gerade und insbesondere in den vergangenen Tagen und Wochen.

Und weil Dankbarkeit so wichtig ist, wollen wir Euch heute zum Danksagen ermuntern.

Erinnert Ihr Euch noch an die Speisung der Viertausend? Es waren nur sieben Brote, die die Jünger hatten und doch wurden alle satt, so satt, dass am Ende noch sieben Körbe Brot übrigblieben.

Und kennt Ihr das Geheimnis für die wundersame Vermehrung des Brotes? – Achtet bitte noch einmal auf den entscheidenden Vers in dieser Geschichte:

Jesus nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus. Markus 8, 6b

Es war der Dank, der das Brot vermehrte und alle sattwerden ließ. Lasst uns also dankbar sein!

Amen.

Pfarrer Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Pfr. Martin Dubberke, Predigt am Erntedankfest, 2. Oktober 2022, über 5. Mose 8,7-18 in der Johanneskirche zu Partenkirchen

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Mehr Texte von Pfr. Martin Dubberke

Entsetzt euch nicht!

Osterfenster in der Johanneskirche zu Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, Ostern ist ein Fest der Freude, eigentlich. Wir schwanken zwischen Freude und Trauer. Der Ruf „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Ist ein Ruf der Freude und der Erleichterung. Er ist doch nicht tot. Er lebt! Er ist mitten unter uns! Er hat uns doch nicht allein gelassen.

Und doch steht sein gewaltsamer Tod im Raum. Wir sehen auf das Kreuz und da hängt er noch immer. Er schaut von da oben auf uns herab und wir erheben unseren Blick zu ihm, können uns seinem Blick nicht entziehen.

Was hat Jesus alles von da oben aus gesehen?

Kruzifix in der Johanneskirche zu Partenkirchen
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Wenn ich die

Und das Volk stand da

Kreuzigung Jesu - Ausschnitt aus einem Kirchenfenster in der Johanneskirche zu Partenkirchen
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, Jesus Christus ist tot. Er ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben, in das Reich des Todes hinabgestiegen.

„Das war’s. Nun ist der ganze Spuk vorbei und wir können wieder weitermachen, wie bisher. Unser Plan ist aufgegangen. Aus der Ecke droht uns keine Gefahr mehr.“ So haben vielleicht die Hohenpriester gedacht.

So denken auch heute noch manche Menschen, wir selbst oder Menschen, die politische Verantwortung wahrnehmen, die jemanden mundtot machen wollen, jemanden aus dem Wege räumen wollen, um unbeschadet so weitermachen zu wollen und zu können, wie sie es immer schon

ANgeDACHT - Das Wagnis

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

„Jesus Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Das rufen wir am Ostersonntag weltab und landauf. Doch was bedeutet es, dass Jesus gekreuzigt und auferstanden ist?

Er hat ein enormes Wagnis auf sich genommen, um uns deutlich zu machen, dass Freiheit und Frieden keine Selbstverständlichkeit sind. Er hat mit seinem brutalen Tod am Kreuz all das, was wir als Menschen verbockt und als Sünde auf uns geladen haben, von uns genommen und uns auf diese Weise eine neue Chance gegeben. Doch was haben wir daraus gemacht? Haben wir uns dieser Chance für würdig erwiesen? Haben wir diese

Hosianna 2022

Palmbusche in der Johanneskirche
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, in den vergangenen Tagen habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, was passieren würde, wenn Jesus z.B. in Kiew oder einer anderen ukrainischen Stadt, einem anderen Ort einziehen würde.

Was würden die Menschen rufen und was würde der Mann im Kreml dann tun? Würde er seiner Armee befehlen, ihm mit Kabelbinder die Hände hinter seinem Rücken zu fesseln und ihn dann zu erschießen? Ihn zu ermorden, ein Verbrechen zu begehen, weil er seine eigene Ordnung erhalten und wiederherstellen möchte, weil ihm die Ordnung Gottes – also der Freiheit und des Friedens zu gefährlich würde

ANgeDACHT - Andauernd & kraftvoll beten

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Dieser Krieg zieht weite Kreise, wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Wir erleben es an den Flüchtlingen, die nun unter uns leben. Wir erleben es, an den Tankstellen, aber wir erleben es auch im Supermarkt, wenn wir Mazola oder Sonnenblumenöl kaufen wollen. Die Menschen hamstern wieder. Ein Symptom. Doch dieses Mal weist dieses Symptom auf etwas hin, was nicht so lächerlich ist, wie das Hamstern von Toilettenpapier am Anfang der Pandemie, sondern auf eine drohende Hungerkatastrophe. Der Angriff auf die Ukraine in Verbindung mit dem vom Mann im Kreml dieser Tage erlassenen Exportstopp von

Predigt - Gib uns Frieden jeden Tag

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Liebe Geschwister, ich selbst habe nie einen Krieg erlebt, habe nie die Ängste durchlitten, wenn Bomben vom Himmel fallen, habe nie die Angst gehabt, unter den Trümmern des Hauses, in dem ich wohne, begraben zu werden.

Ich habe nie das Kriegstrauma gehabt, wie es meine Eltern hatten und haben. Ich musste nie die Frage stellen: „Gott, warum habe ausgerechnet ich überlebt?“

Ich bin Kind von zwei Kriegskindern. Ich kenne die Geschichten, die meine Eltern erzählt haben, von der Schlacht um Berlin, die mein Vater als einer von zweien aus seiner Klasse überlebt hat, der Flucht aus Ostpreußen

ANgeDACHT - Mit brennender Sorge

Pfr. Martin Dubberke
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Mit brennender Sorge blicken wir in die Ukraine. Nie war seit 1939/45 ein Krieg so nah an unseren Grenzen. Nie gab es seit dem zweiten Weltkrieg einen Krieg mitten in Europa. Nie war die Gefahr eines Flächenbrandes so groß wie heute.

Einem Blitzkrieg gleich hat Putin ein freies Land mit einer demokratisch gewählten Regierung überfallen. Das ist ein Kriegsverbrechen.

Serhij Kyslyzja, der ukrainische UN-Botschafter, brachte es in der Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates auf den Punkt, nachdem der russische UN-Botschafter mitten in der Sitzung den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine

ANgeDACHT - Die Sache mit dem Zorn

Pfr. Martin Dubberke
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Am Mittwoch haben wir uns wieder zum Monatsspruch getroffen — so wie jeden ersten Mittwoch im Monat. Um 12:00 Uhr kommen wir zu einer Art Mittagsgebet online zusammen und sprechen über den aktuellen Monatsspruch. Dieses Mal stand ein sehr spannender Vers aus dem Brief an die Epheser zur Diskussion:

Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“ Epheser 4, 26

Tja, und dann stellte ich die Frage: „Wann habt Ihr denn das letzte Mal gezürnt und vor allem worüber oder gegen wen?“ - Und es wurde deutlich, dass der letzte Zorn aus Frust entstand oder, weil man das

ANgeDACHT - Das wahre Licht

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Die Dunkelheit der Heiligen Nacht ist ein Symbol, weil sie für das Dunkle in unserem Leben steht, die Orientierungslosigkeit. Wäre da nicht das Licht in der Krippe, das durch Jesus in die Welt gekommen ist, würden wir noch immer in der Finsternis leben.

In der Dunkelheit der Heiligen Nacht konzentrieren wir unseren Blick auf das Licht in der Krippe und erkennen in diesem Licht den Heiland, der das Heil in diese Welt gebracht hat, der geheilt und Menschen miteinander verbunden hat. Und er hat viele Menschen in seinem Leben geheilt und nicht ohne Grund hat er immer wieder zu den Geheilten

ANgeDACHT - Sammle, großer Menschenhirt

Pfr. Martin Dubberke
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Wir leben in einer Zeit der Erwartung. Ja, was ist Advent anderes, als eine Wartezeit? Wir warten mal wieder auf die Heilige Nacht, in der wir uns erinnern, dass nach unserer Zeitrechnung vor 2021 Jahren ein kleines Kind geboren wurde, das die Welt und damit auch uns retten wird, dass alles wieder gut wird.

Also, seit dem Jahr 336, als Rom den 25. Dezember als kirchlichen Feiertag festgelegt hat, erinnern wir uns Jahr für Jahr an die Geburt des Heilands, singen Lieder, schmücken unsere Wohnungen, Häuser, Gärten, Straßen, damit erkennbar wird, dass diese Zeit eine besondere, eine gefühlvolle

ANgeDACHT - Bleibt in meiner Liebe

Pfr. Martin Dubberke
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Wo ist die Liebe geblieben? Ist Jesus etwa gescheitert? Nein, gescheitert ist Jesus nicht, denn er hat in seiner Rede zum Gebot der Liebe im Johannesevangelium eine salvatorische Klausel eingebaut, was rhetorisch sehr hellsichtig war:

Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde. (Johannes 15,10-11)

Denn, wenn ich mir so diese Welt anschaue, die Nachrichten lese oder im Fernsehen sehe, dann läuft es mir immer

ANgeDACHT - Achtsamkeit in der Hektik des Alltags

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Ich musste dieser Tage schmunzeln, als ich über ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer gestolpert bin: „Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Das ist die Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind.“

Selbstverständlich hielt ich beim ersten Teil sofort den Atem an -“kein Gebot zu arbeiten“ - das ist ja eine steile Angelegenheit!?!

Aber dann las ich ja sofort die Sache, mit dem Ruhen von der Arbeit und dem Umdenken.

Mir gefällt‘s immer wieder aufs Neue, dass unser Glaube so sehr auf Umdenken gepolt ist, die Dinge aus einem anderen

ANgeDACHT - Weil nichts selbstverständlich ist

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Wir haben viele Gründe, Gott zu danken und es ist gut, dass er uns immer wieder mal daran erinnert, dass nichts weder selbstverständlich noch nur aus uns selbst heraus ist, sondern alles seinen Ursprung bei ihm hat.

Dank ist eine Haltung, eine Lebenseinstellung, die unser Leben verändert. Ich habe dieser Tage einen schönen Satz gelesen:

„Ein Mensch, der dankbar auf sein Dasein blickt, wird anders leben als einer, der ständig das Gefühl hat, zu kurz zu kommen.“

Das Gefühl, zu kurz zu kommen, macht das Herz, macht die Perspektive eng, raubt das Glück und macht am Ende einsam und darin liegt

ANgeDACHT - Von der Kraft des Glaubens

Pfr. Martin Dubberke
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Sind wir etwa ein Glaubensvolk der Verzagten geworden? Wer sagt denn, dass auch nur einer von uns mit seinem Glauben allein dastehen und allein die Welt retten muss? – Niemand!

Wir sind eine Glaubensgemeinschaft, eine Gemeinschaft derer, die an den Gott glauben, der befreit, der erlöst, der Leben schenkt, der für uns sorgt. Ja, Glaube schafft Gemeinschaft. Gemeinsam lässt uns dieser Glaube miteinander und aneinander wachsen, miteinander im Glauben stark werden und sein. Dieser Glaube lässt uns Kräfte entfalten, von denen wir als einzelne kaum glauben möchten, sie zu haben.

So, und nun halten

ANgeDACHT - Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Schon mal darauf geachtet, was da gerade alles im Wahlkampf passiert? - Da erzählen ganz viele Politikerinnen und Politiker den Menschen alles mögliche, damit sie am Ende des Tages gewählt werden. Sie schwindeln, weil sie dem Wahlvolk nicht wehtun wollen, da sie ja ihre Stimmen brauchen, um an die Macht zu kommen. Und wenn sie sich einig sind, lügen sie sogar dreist gemeinsam. So geschehen im sogenannten Triell auf RTL, als allen Kandidatin und Kandidaten die Frage gestellt wurde, ob die Rente mit Siebzig kommt. Alle drei verneinten. Jeder und jede von uns weiß aber, dass sich die Rente ab

ANgeDACHT - Dein Glaube hat dir geholfen

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Ich habe Urlaub. Durchatmen, mal das tun, was ich schon immer ohne Zeitdruck tun wollte. Lesen, an die frische Luft gehen und vor allem Zeit mit der Frau, Zeit mit den Kindern haben, Zeit mit mir und natürlich mit dem lieben Gott. Das ist ganz wichtig, denn ohne geht‘s nicht.

Wie heißt noch mal das Buch des früheren Berliner Bischofs Otto Dibelius? „Ein Christ ist immer im Dienst“ - Ja, auch im Urlaub gibt es keinen Urlaub vom Glauben, von Gott. Das ist gut so. Und so beschäftigen mich auch jetzt viele Fragen und Themen.

Mir geht z.B. das Foto aus dem Innenraum einer Maschine der US

ANgeDACHT - Vergiss nicht

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht,
was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103, 2

Drei Stichworte fallen mir sofort ins Auge:

  • Lobe den Herrn
  • meine Seele
  • dir Gutes getan

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit immer wieder Menschen begegne und auch in manchen Gesprächen zuweilen diese Fassung höre:

„Klage dem Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Schlechtes getan hat.“

Dahinter steht eine Haltung, die der Seele nicht guttun kann, wenn man nur das Schlechte sieht oder sehen will. Zugegebenermaßen gibt es ja auch eine ganze Menge Schlechtes, aber

ANgeDACHT - Anfassen oder vertrauen?

Pfr. Martin Dubberke
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Wie halten Sie, wie haltet Ihr es eigentlich mit Götzen? Habt Ihr welche?

Es gibt ja auch noch das wunderbare Wort „ergötzen“ – Ich ergötze mich an Deinem Anblick oder einem köstlichen, erfrischenden Eis. Ergötzen, also jemandem Spaß, Vergnügen oder Freude bereiten oder selbst an etwas Vergnügen haben. Ich ergötze mich an der Treue und Liebe Gottes. Das ist doch etwas, wo man gleich spürt, dass da lustvolle, fröhliche Kraft dahintersteckt. Also, woran ergötzen wir uns so?

Tja, und dann gibt es noch diese Götzen oder Götzenbilder aus Gold und Silber. Schwer, teuer, wertvoll. Tja, irgendwie so

ANgeDACHT - HERR, neige mein Herz nicht zum Bösen!

Pfr. Martin Dubberke
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Dieser Tage bin ich über einen Vers des Propheten Daniel 9,7 gestolpert: Du, HERR, bist gerecht, wir aber müssen uns heute alle schämen.

Hier geht es um ein großes Schuld- und Sündenbekenntnis, die Scham für das eigene Fehlverhalten, sich nicht an die Spielregeln Gottes gehalten zu haben, die den Menschen, also uns, von den Propheten in regelmäßigem Nachhilfeunterricht samt Konsequenzen vorgebetet worden sind und werden.

Und sogleich kam mir mal wieder Psalm 141,4 in den Sinn:

HERR, neige mein Herz nicht zum Bösen!

Der Beter des Psalms 141 weiß, wofür er empfänglich ist, wo er verführbar

ANGeDACHT - Mehr Gottvertrauen als Angst

Pfr. Martin Dubberke
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Meine früheste Erinnerung an Angst, ist eine Folge von „Mit Schirm, Charme und Melone“. Ich weiß gar nicht mehr, wie alt ich damals gewesen bin. Das war so eine Folge, in der es so einen Robotermenschen gab, vor dem man nicht fliehen konnte. Mit seinem Stahlarm durchschlug er jedes Hindernis. Und so träumte ich dann auch von ihm. Ich erinnere mich noch, wie ich ihn im Traum kommen höre und vor ihm versuchte zu fliehen. Aber wohin ich auch floh, fand er mich. In meiner Verzweiflung floh ich in den mit Angst besetzten Keller mit seiner Stahltür, in der noch immer die scharfen Spuren der

Sollt ich meinem Gott nicht singen?

Pfr. Martin Dubberke
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Liebe Geschwister, seit einem Jahr wandeln wir durch eine seltsame Zeit, ein dunkles Tal und fragen uns vielleicht so manches Mal: „Mein Gott, warum hast du uns verlassen?“

Seit einem Jahr ist unser Leben anders, anders als wir es uns je in unserem Leben gedacht hätten.  Es gibt niemanden unter uns, an dem all das keine Spuren hinterlassen hat, Spuren im Leben und Spuren auf der Seele.

Verlassenheit und Einsamkeit haben einen Namen bekommen und auch die Angst.

Wir trauern um unser altes Leben und ahnen, dass es wohl nie wieder so werden wird, wird, wie es einmal war.

Seit einem Jahr

Video-Ostergruß aus Garmisch-Partenkirchen

Ostergruß 2021
Bildrechte Martin Dubberke

Vor einem Jahr, als wir in all unsren Kirchen zu Ostern die Glocken mut- und kraftvoll läuten ließen und danach Christ ist erstanden bei offenen Fenstern und Türen auf unseren Orgeln gespielt haben, haben wir alle gehofft, dass wir die Pandemie bis Ostern 2021 überwunden hätten. Doch auch in diesem Jahr hat uns die Pandemie noch nicht losgelassen und bestimmt unser Leben. Doch in diesem Jahr können wir wieder Gottesdienste feiern, wenn auch noch nicht singen. 

Für alle, die sich aus verständlichen Gründen nicht zu uns in den Gottesdienst kommen können, haben wir uns vor der Kamera getroffen

ANgeDACHT - Freude und Dankbarkeit

Pfr. Martin Dubberke
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Auf meinem Schreibtisch steht ein sogenanntes Lichtkreuz. Es ist ein Osterkreuz, das Kreuz der Auferstehung. Durch das Kreuz scheint gewissermaßen das Osterlicht, das Licht der Hoffnung und des Neuanfangs durch.

Der Blick auf das Kreuz, ist wie ein Blick in den Spiegel. Das Kreuz erinnert uns daran, dass Jesus für jeden einzelnen von uns an unserer Stelle daran gestorben ist. Das Kreuz und die Auferstehung, bedeuten für uns eine maßlose Erleichterung, ein Aufatmen, dass dieser Kelch noch einmal geradeso an uns vorübergegangen ist.

Damit sind eine unbeschreibliche Freude und Dankbarkeit

ANgeDACHT - Das Schöne

Pfr. Martin Dubberke
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Lasst uns heute mal über das Schöne nachzudenken. Wie passend und hilfreich ist uns dabei der Wochen-Psalm 25, weil wir ja in der Reminiscere-Woche sind und wir   uns ja auch mit dem Erinnern beschäftigen wollen.

Der Psalmbeter macht eine lange Aufzählung dessen, woran sich Gott erinnert oder erinnern möge:

Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, Herr, um deiner Güte willen!

In Wirklichkeit aber erinnert der Psalmbeter sich

Predigt - Das Kreuz ist aufgerichtet

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Martin Dubberke

Liebe Geschwister, ich predige heute über ein Lied, dass nicht leicht zu singen ist. Und das hat auch seinen Grund. Die Melodie stammt nämlich von Manfred Schlenker – aber dazu später mehr. Den Text hat Kurt Ihlenfeld gedichtet, der 1901 in Colmar geboren wurde und 1972 in meiner alten Heimat im alten West-Berlin gestorben ist.

Er war promovierter Theologe und Pfarrer, der durch die Gründung des sogenannten Eckart-Kreises jungen, christlichen Autorinnen und Autoren wie Werner Bergengruen, Ricarda Huch, Jochen Klepper, Rudolf Alexander Schröder im Dritten Reich eine Plattform für den

ANgeDACHT - Das Notwendige

Pfr. Martin Dubberke
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„Nicht die Welt aus den Angeln zu heben, sondern am gegebenen Ort das im Blick auf die Wahrheit Notwendige zu tun, kann die Aufgabe sein.“

Dieses Zitat stammt aus Dietrich Bonhoeffers Ethik. Und ich finde, dass er uns mit so einem Satz erdet und zugleich auch deutlich macht, dass wir als Kirche oder auch als einzelne Christinnen und Christen nicht die Welt retten können und müssen, weil wir uns daran nämlich verheben würden, denn wir sind nicht Jesus Christus. Aber wir dürfen auch nicht vor den Missständen in aller Welt schweigen.

Als Protestanten haben wir uns eine besondere Leidenschaft

Mehr als nur Blumen

Pfr. Martin Dubberke
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Liebe Geschwister, heute vor 1552 Jahren hat Papst Gelasius – das bedeutet „der Heitere“ – den Gedenktag des Heiligen Valentinus für die ganze Kirche eingeführt. Gelasius war – nebenbei gesagt – der dritte Papst aus Afrika. Interessanterweise wurde der Gedenktag dann 1500 Jahre später aus dem Calendarium Romanum Generale gestrichen.

Das hat dem Heiligen Valentin nicht geschadet. Er ist auch heute noch ein populärer Heiliger und am 14. Februar ist er der Heilige der Floristen. Doch wer war dieser Mann, der dafür sorgt, dass wir Männer einmal im Jahr die Blumenläden stürmen? Ich gebe es ehrlich

Begabt sein heißt geben

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Liebe Geschwister, erinnert Ihr Euch noch an Heilig Abend als wir aufgrund der Ausgangssperre nicht die Christmette miteinander feiern konnten? Erinnert Ihr Euch noch daran, als sie uns im vergangenen Jahr verboten haben, Gottesdienste zu feiern? Als wir uns als Kirche aus guten Gründen darauf eingelassen haben, nicht zu widersprechen?

Es gab viele Menschen, die es traurig fanden und finden, nicht in den Gottesdienst gehen zu können, die noch immer sagen, dass wir damals als Kirche eingeknickt seien, die uns das nachtragen und wohl noch lange nachtragen werden.

Es war für viele schlimm

ANgeDACHT - Im Glauben gehen wir unseren Weg, nicht im Schauen

Pfr. Martin Dubberke
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Der morgendliche Blick in Losung und Lehrtext oder einfach mal selber die Seiten der Bibel über den Daumen gleiten lassen und sich überraschen zu lassen, wo man landet,  ist gewissermaßen mein morgendlicher geistlicher Espresso, den ich zusammen mit einem Espresso in der Hand genieße, noch bevor ich mit jemand anderem geredet oder an etwas anderes gedacht haben könnte. Und so nehme ich den ersten Schluck von meinem kleinen heißen Kaffee und bin neugierig, welchen Kick mir die Bibel für den Tag geben wird. Und dieses Mal landete mein Daumen auf diesen Versen:

Ich will hoffen auf den HERRN

ANgeDACHT - Füll uns mit Deinem Geiste

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Mir geht in diesem Tagen immer wieder die Melodie zu dem Paul-Gerhardt-Lied „Nun lasst uns gehen und treten“ durch den Kopf. Er schrieb dieses Gedicht 1653 und wir können aus seinen Zeilen noch die Schrecken hören, die Paul Gerhardt dreißig Jahre seines Lebens begleitet und geprägt haben. Der Dreißigjährige Krieg war 1653 gerade mal ein halbes Jahrzehnt vorüber:

Und die vorletzte Strophe, die 14., löst bei mir geradezu Gänsehaut aus, weil Paul Gerhardt es genau auf den Punkt bringt, was die Menschheit braucht: 

Und endlich, was das meiste,
füll uns mit deinem Geiste,
der uns hier herrlich

Unser Gemeindeteam wünscht frohe Weihnachten - Eine Online-Andacht

Das Gemeindeteam
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Für alle, die heuer zu Weihnachten nicht in unsere Gottesdienste in Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Burgrain, Farchant oder Oberau kommen können, haben wir diesen Weihnachtsgruß gemacht. Jede und jeder von uns hat sich eine Figur aus der Krippe ausgesucht und so ist gewissermaßen eine ganz besondere Weihnachtskrippe entstanden.

Mitgemacht haben:

  • Steffi Ehrlich, Pfarramtssekretärin
  • Elisabeth Beer, Mesnerin
  • Karl Wilhelm, Pfarrmann
  • KMD Wilko Ossoba-Lochner, Kirchenmusiker
  • Pfarrerin Birgit Schiel, Krankenhausseelsorgerin
  • Pfarrerin Uli Wilhelm, Garmisch
  • Pfarrer Martin Dubberke

ANgeDACHT - Ein anderer Advent

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Es ist Advent und kaum einer merkt es. Es gibt keine Adventsmärkte. Auf den Straßen fehlt der Duft von Glühwein, Bratwurst und Co. Es gibt keine Buden oder Stände auf den Straßen. Es fehlt die ganze Musik, die ganzen amerikanischen Weihnachtsschlager, über die manch einer sich jedes Jahr ärgert. In diesem Jahr ärgern sie uns nicht. Den Wunsch hat uns Corona erfüllt, aber dafür gibt es andere Dinge, die uns nicht gefallen, die ganzen Beschränkungen bei den Besuchen. Aber es geht noch weiter. Als ich diese Woche beim Metzger meines Vertrauens war, fragte eine Kundin den Juniorchef, ob er schon

ANgeDACHT - Was mich gerade bewegt

Pfr. Martin Dubberke
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Eigentlich wäre ich kommende Woche mit meinen beiden Söhnen nach Berlin gefahren, um meine Mutter zu besuchen und mit ihr ihren 88. Geburtstag zu feiern. Gesehen haben wir uns zum letzten Mal an ihrem 87. Geburtstag. Alle weiteren Pläne, sie zu besuchen, sie zu sehen, sie in die Arme zu schließen, sie zu herzen hat in diesem Jahr dieses kleine miese, fiese Corona-Virus COVID-19 zu nichte gemacht.

Das tut weh. Und ich glaube, dass das vielen von Euch, genauso geht. Wir haben seit März eine Berg- und Talfahrt der Gefühle hinter uns, der Ängste und auch der Hoffnungen. Auch für uns als

ANgeDACHT - Eine Brücke über das Höllental

Pfr. Martin Dubberke
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Der eine oder die andere wird vielleicht in der Zeitung gesehen haben, dass ich zusammen mit Josef Konitzer die neue Brücker über das Höllental am vergangenen Samstag gesegnet habe. Natürlich habe ich mir da ein paar Gedanken vorher darüber gemacht. Sprich: Ich habe mich mal in der Bibel auf die Suche nach Brücken und Stegen gemacht. Und soll ich was verraten? An keiner einzigen Stelle der Bibel kommt das Wort Brücke oder Steg vor. Und dennoch habe ich am Samstag etwas gesegnet, das es in der Bibel gar nicht gibt: Eine Brücke, die neue Höllentalbrücke, also eine Brücke, die über das Höllental

ANgeDACHT - Die Werke des Teufels

Pfr. Martin Dubberke
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Alle, die glauben, dass ich mir unter dieser Überschrift Gedanken über bestimmte Politiker, Parteien oder so machen werde, haben sich gewaltig getäuscht, denn „Werke des Teufels“ sind drei Worte aus dem Ersten Brief des Johannes, Kapitel 3, Vers 8: „Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre“, die mich angesprochen haben, weil mir hier natürlich sofort der Teufel als der Versucher schlechthin einfällt. Erinnern wir uns nur mal an die Geschichte mit Jesus, als er vierzig Tage in der Wüste

ANgeDACHT - Er führet mich auf rechter Straße

Pfr. Martin Dubberke
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„Er führet mich auf rechter Straße.“ – In meinem unschuldigen Konfirmandenglauben vor vierzig Jahren, hatte ich ein anderes Bild als heute von diesem Vers aus dem Psalm 23. Damals glaubte ich noch daran, dass er mich wirklich an seine Hand nimmt und darauf achtet, dass ich nicht vom Weg abkomme. Das hat sich mittlerweile geändert. Heute habe ich dieses wunderbare, romantische Bild nicht mehr.

Und dennoch führt er mich auf rechter Straße. Aber nimmt er mich wirklich wie ein Kind an seine Hand? Er führt mich, aber ganz anders. Ich habe sein Wort, ich habe die ganzen Geschichten der Bibel von

ANgeDACHT - Nicht verzagen

Pfr. Martin Dubberke
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Was für eine wundervolle Kombi von Losung und Lehrtext!

Bis hierher hat uns der HERR geholfen.
1. Samuel 7,12

Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.
2. Korinther 4,8

Und ganz ehrlich, es liest sich ein wenig wie mein Lebensprogramm, mein Lebenslauf, der ja nun in der Tat mit einigen Herausforderungen verbunden war, wenn ich das mal so charmant umschreiben darf. Und ich kann bis zum heutigen Tage immer wieder sagen: "Ja, Gott, bis hierher hast Du mir geholfen. Danke!" - Hätte er mir nämlich nicht geholfen und vor allem, hätte

ANgeDACHT - Dem Blick standhalten

Pfr. Martin Dubberke
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Es gibt manchmal so Situationen, da frage ich mich, wie das eigentlich so war, wenn Gott jemandem im Traum begegnet ist oder in einem Dornbusch oder wie auch immer. Wie muss ich mir das vorstellen?

Meine Augen sehen stets auf den HERRN?

Aber hat Gott nicht einmal zu Mose gesagt, dass man es gar nicht aushalten würde, ihn zu sehen?

Ich stelle fest, dass es einfacher ist, in der Bibel zu lesen, dass Gott dem und dem begegnet ist, weil sofort das Kino im Kopf beginnt. Aber mal Hand aufs Herz: Das, was in der Bibel so selbstverständlich erzählt wird, dass Gott zu Abraham, zu Mose oder zu Hiob

ANgeDACHT - Eine Art von Kind-Vater-Beziehung

Pfr. Martin Dubberke
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In dieser Woche hat mich eine Strophe aus Neanders Lied „Wunderbarer König“ sehr bewegt:

„Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren.“

„Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Taten mehr als aller Menschen Staaten.“ Spannende Worte in diesen Zeiten, in denen viel von Freiheit und Obrigkeit die Rede ist. In diesen Zeiten Freiheit zu erleben, zu erfahren, hat sich vollends verändert. Manche empfinden Freiheit im

ANgeDACHT - Masken

Pfarrer Martin Dubberke mit Mund-Nasen-Bedeckung
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Na, haben Sie mich wiedererkannt? – Wie gut kennen Sie meine Augen? Ab morgen ist Maskenpflicht und dann schaut man sich wieder mehr in die Augen. Aber eigentlich hätte es aus Gründen der Nächstenliebe eine Selbstverständlichkeit sein müssen, schon vorher eine solche zu tragen. Die Maske, die ich trage schützt andere und die Maske, die der andere trägt, schützt mich. So einfach kann Nächstenliebe funktionieren. Also, eigentlich alles ganz einfach.  Und das Ganze geht noch weiter. Die Maske, die ich gerade getragen habe, hat Traudi für mich genäht. Traudi ist eine tolle Frau aus unserer

ANgeDACHT - Halleluja! Er ist auferstanden!

Pfr. Martin Dubberke
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Es ist kaum zu glauben, aber er ist auferstanden. Der Felsen vor seinem Grab ist weggeräumt. Der Engel sitzt darauf und erwartet die Frauen, um ihnen die gute Botschaft mitzuteilen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und nun auf dem Weg nach Galiläa unterwegs ist.

Jesus wurde auf Betreiben derer, die Angst um ihre Macht und auch Definitionshoheit hatten, ermordet, weil er die gesellschaftliche Ordnung in Frage gestellt hat. Mit seinem Tod, hofften sie auf ein „Weiter so!“ – Doch die „offizielle Welt“ hatte die Rechnung ohne Gott gemacht.

Für uns Christen und Christinnen gibt es kein

ANgeDACHT - Hosanna

Pfr. Martin Dubberke
Bildrechte Johannes Dubberke

Können Sie sich noch an Andrew Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“ erinnern? Das war 1973, als die Verfilmung in die Kinos kam. Wann immer ich an „Jesus Christ Superstar“ denke, klingt in meinem inneren Ohr das

„Hosanna,
Hey Sanna Sanna Sanna Hosanna
Hey Sanna Hosanna“

Und das Ganze gleicht in der Musik einem Triumphzug. Jesus zieht in Jerusalem ein. Die Menschen, die ihn begleiten, singen und tanzen. Alles strahlt angesichts der Bedrohung durch die Soldaten und Hohenpriester, die die Szene von oben aus kritisch und argwöhnisch betrachten – und natürlich in der Stimmlage Bass

ANgeDACHT - #Dahoambleim

Pfr. Martin Dubberke
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Liebe Geschwister,

in dieser Woche haben mich in besonderer Weise Losung und Lehrtext vom Freitag bewegt:

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. (Psalm 27,5)

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. (2. Korinther 12,10)

Da wird in der Nacht vom Freitag auf Samstag eine Ausgangsbeschränkung bei uns in Bayern verhängt und die Losung aus Psalm 27 klingt wie die theologische Flankierung dieser Maßnahme: Der HERR deckt