ANgeDACHT - #Dahoambleim

Pfarrer Martin DubberkeLiebe Geschwister,

in dieser Woche haben mich in besonderer Weise Losung und Lehrtext vom Freitag bewegt:

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. (Psalm 27,5)

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. (2. Korinther 12,10)

Da wird in der Nacht vom Freitag auf Samstag eine Ausgangsbeschränkung bei uns in Bayern verhängt und die Losung aus Psalm 27 klingt wie die theologische Flankierung dieser Maßnahme: Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.

Wir leben in einer bösen Zeit. Zum ersten Mal haben wir alle – egal wo auf dieser Welt – einen gemeinsamen Feind: Das Coronavirus. Und eigentlich sind es sogar zwei Feinde, denn es gibt noch all die Unvernünftigen und Egoisten, die noch immer nicht den Ernst der Lage erkannt haben und glauben, dass es lustig ist, alte Menschen auf der Straße anzuhusten oder Corona-Partys zu feiern oder wie Siegfried unverwundbar zu sein. Solche Aktionen gehören in den Bereich des fünften Gebots: „Du sollst nicht töten.“ Entschuldigt, dass ich das so klar und ernst sage. Aber so und nicht anders kann ich das gerade sehen und verstehen.

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes. (Psalm 27,5)

Es ist eine böse Zeit. Also, bleibt dahoam! Dort können wir in besonderer Weise den Schutz seines Zeltes erfahren. Und irgendwie hatte ich mir die Passionszeit anders vorgestellt. Für gewöhnlich verzichten wir ja in dieser Zeit auf etwas – und zwar freiwillig. Heuer stellt sich nicht die Frage der Freiwilligkeit. Die Passionszeit ist dieses Mal wirklich Passionszeit, also Leidenszeit. Zigtausende Menschen sind an diesem Virus schon gestorben oder leiden an seinen Folgen. Und die Folgen sind nicht nur die körperlichen Beschwerden, dem Leiden, das mit der Erkrankung verbunden ist, sondern auch die Angst vor eigenen Tod, dem Angst dass Menschen sterben könnten, die einem nahe stehen und es ist die Trauer in den Familien und Freundeskreisen derer, die daran gestorben sind.

Wir wissen nicht, wie lange diese Passionszeit dauern wird. Mit Sicherheit mehr als die üblichen sieben Wochen. Doch das Motto von „7 Wochen ohne“ bringt es in diesem Jahr auf den Punkt: 7 Wochen ohne Pessimismus.

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark. (2. Korinther 12,10)

Auch wenn es in diesem Vers aus dem zweiten Brief an die Korinther um die Not in der Verfolgung Christi geht, so wird doch deutlich, dass wir in all unserer Schwachheit, die wir jetzt empfinden, guten Mutes sein können. Denn wenn wir schwach sind, dann sind wir stark. In dieser Zeit können wir auf neue Weise spüren, was Glaube und geschwisterliche Gemeinschaft heißt, miteinander füreinander Verantwortung zu übernehmen. Wenn wir diese Zeit hinter uns haben, werden wir uns verändert haben und es wird sich um uns einiges verändern. Wir haben mit dieser wohl heftigsten Passionszeit in unserem Leben die Möglichkeit, unser ganzes Leben neu zu überdenken und zu schauen, was wirklich wichtig im Leben ist. Unser Glaube kann uns hier sehr gut den Weg weisen. Und so möchte mit einem Vers aus dem Brief an die Philipper schließen:

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Philipper 4,7)

Bleiben Sie behütet!

Ihr Pfarrer Martin Dubberke


PS

Nicht alle Menschen in unserer Gemeinde haben Internet. Wir legen daher in unseren Kirchen zu jedem Erscheinungstag ausgedruckte Exemplare in unsere Kirchen und falls Sie es einem Nachbarn oder einer Nachbarin mit einem kleinen Gruß in den Briefkasten stecken möchten, können Sie es sich gerne als PDF herunterladen und ausdrucken.

 

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