ANgeDACHT - ...aus Berufung leben...

Pfarrer Gottfried von Segnitz
Bildrechte Johannes Dubberke

Ein Bild zeigt Saulus, der zum Paulus wurde. Er liegt vom Ross gestürzt auf dem Boden. Der Maler Caravaggio zeigt ihn in einem überwältigenden grellen Licht, dem Licht Jesu Christi. 

In diesem Licht wird Paulus sich neu finden. Er wird wieder auf die Beine kommen. Sie werden ihn weit tragen. Auch ohne stolzes Ross wird Gott ihn geleiten bis in den Westen, nach Rom, vielleicht sogar nach Spanien. Beste Grüße zum 25. Januar, zum Tag der Berufung des Völkerapostels Paulus.  

Ein sich als Atheist bezeichnender Redenschreiber erzählt gerne von Aufgaben, bei denen er sich mit abgründigen Personen und Geschichten auseinanderzusetzen hatte. Es gibt eine Menge von Geschichten um schräge Vögel, die bei uns als Narren und im römischen Reich als Atheisten galten, die leicht in brenzliche Situationen zu geraten drohen, die schnell auf eine tief sitzende Abneigungen oder Bewunderung stoßen. 

Paulus kannte das. Und er kannte einen höchst verlässlichen Anwalt des wahren Menschen. Im Namen und im Licht Jesu Christi wollte er sich in brenzlicher Lage lieber zum Narren machen als noch mal auf das falsche Pferd zu setzten. Das machte aus Saulus Paulus. Saulus wollte nach allen Regeln der Kunst aufzeigen, wie es weiter gehen kann und wird. Ein Saulus würde mit oder ohne Peer Steinbrück die Maschinenräume der Republik aufsuchen und dazu beitragen, das Schiff wieder flott zu kriegen. Das wäre jetzt am 25. Januar 2026 auch eine echte Aufgabe. 

Doch dann stürzt er vor den Toren von Damaskus und muss bitter erkennen, dass er aufs falsche Pferd gesetzt hat. Er hat den bekämpft, der es drauf hatte, der auch jetzt noch ruft und hilft, wo Narren wie Paulus alles geben -  aber im Lauf der Dinge leider alles brutal vermasselt haben. Es dauert, bis Saulus sich als Paulus in den neuen Koordinaten wieder findet. Sein Sturz vom hohen Ross wird ihm im Licht Jesu Christi zum neuen Lebensfundament. Ubique et semper. Immer und überall. Von ihm wird Paulus wie kein anderer reden und schreiben. Der Gekreuzigte rettet, erbaut, er setzt die Welt ins rechte Licht. 

Wir hören und lesen bei Paulus Worte, die wenig belehren, die eher zu seiner ebenso irritierenden wie befreienden Selbst - und Gotteserkenntnis führen: Ich habe es vermasselt doch Gott stellt mich in seinen Dienst. Er stellt mich in den Dienst im Maschinenraum seiner Gnade und Wahrheit. So macht er einen gewaltigen und rettenden Unterschied. 

In diesem Licht zeigt Caravaggio: Es ist nicht aller Tage Abend. Der Gekreuzigte lebt. Sein Wort wird den Weg ebnen. Der alte Mensch ist ein Neuer. Saulus. Paulus. 

Und ich? Und Sie? Superfromme samt dem Gottlosen, der Atheistin, berufen allesamt aufgerichtet zu gehen, zu leben und von diesem Gott der Wunder ein Zeugnis zu geben. 

Im Licht Jesu Christi aus Berufung leben! 
Mal schauen wohin wir noch kommen unter Gottes gutem Geleit! 

Ihr Gottfried von Segnitz