KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 3 – Das Beffchen – Eine Frage des Bekenntnisses

Das Beffchen
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In meinem Amtszimmer hängt ein Bilderrahmen mit einem Beffchen, also den beiden weißen Stoffstreifen, die man am Talar trägt. Es ist mein erstes – obwohl: mein allerstes Beffchen hatte mir meine Mutter genäht. Also, dieses „erste“ Beffchen hängt bei mir im Rahmen, weil ich es nicht mehr trage. Als ich es mit meinem Talar gekauft habe, war ich nämlich noch ein unierter Vikar und heute als ordinierter Pfarrer bin ich Lutheraner. Aber was hat das eigentlich mit dem Beffchen zu tun? Am Beffchen kann ich erkennen, welches Bekenntnis die Trägerin oder der Träger hat. Ist es z.B. bis zur Mitte zusammengenäht und dann in der zweiten Hälfte offen, ist die Trägerin oder der Träger uniert. In diesem Fall fühlt sich die Pfarrperson gleichermaßen dem reformierten als auch dem lutherischen Bekenntnis zugehörig. Aber welche Hälfte ist lutherisch und welche Beffchenhälfte ist reformiert? Zugenäht ist reformiert und offen ist lutherisch. Und damit ist auch schon die nächste Frage beantwortet. Ich trage heute ein Beffchen, deren beide Streifen nicht miteinander vernäht sind. Also lutherisch. Reformiert ist von oben bis unten vernäht. Ich habe da auch eine Eselbrücke, wie man sich merken kann. Aber die verrate ich nur im Vieraugengespräch.

Was aber ist der Ursprung dieses Beffchens? Der Name kommt aus dem Lateinischen von „biffa“ sprich Halsbinde. Dieses Kleidungsstück ist ursprünglich ein bürgerliches Accessoire gewesen. Es trugen Männer, um ihre Kleidung vor dem Bart zu schützen. Und genauso war es auch gedacht, als Friedrich Wilhelm III. von Preußen nicht nur den Talar, sondern auch das Beffchen als Teil der Amtstracht anordnete, an dem man die jeweilige evangelische Ausrichtung erkennen sollte.

Wichtig ist das Material. Es besteht aus naturbelassenem Leinenstoff, der von Hause aus cremeweiß ist. Damit wird eine Verbindung zu den Leinentüchern hergestellt, die der Jünger, den Jesus lieb hatte, und Petrus im leeren Grab Christi gefunden haben (Johannes 20.4-7). Auf diese Weise steht mit dem Beffchen zugleich auch die österliche Botschaft von der Auferstehung Christi im Mittelpunkt.

Also, ein Kleidungsstück mit mindestens doppelter Botschaft.

 

Pfarrer Martin Dubberke | Bild: Johannes Dubberke (https://johannes.pictures)
Pfarrer Martin Dubberke | Bild: Johannes Dubberke (https://johannes.pictures)

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Die ganze Serie auf einen Blick

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 41-42 – Klingelbeutel & Opferstock

Kirchenausstattung 40 - Klingelbeutel & Opferstock
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Eine Begriffsklärung

Beim Klingelbeutel weiß man sofort, warum er so heißt. Das kommt noch aus einer Zeit, als es keine Geldscheine, sondern nur Münzen gab und so klingelt es halt jedes Mal, wenn neue Münzen in den Klingelbeutel geworfen werden. Mancher Pfarrer sagt heute gerne bei der Ankündigung des Klingelbeutels: „Lasst es rascheln.“ – Naja, und wer weiß, vielleicht würde man heute den Klingelbeutel auch Raschelbeutel nennen. Mittlerweile gibt es auch einen digitalen Klingelbeutel. Er ist gewissermaßen ein hybrider Klingelbeutel, auf der einen Seite ein EC-Gerät und auf der anderen Seite

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 40 – Klingelbeutel & Opferstock

Kirchenausstattung 40 - Klingelbeutel & Opferstock
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Wer kennt es nicht, das Gleichnis von der armen Witwe und ihrem Scherflein, das sie in den Gotteskasten legte? In Markus 12,41-44 wird uns ihre Geschichte erzählt:

41 Und Jesus setzte sich dem Gotteskasten gegenüber und sah zu, wie das Volk Geld einlegte in den Gotteskasten. Und viele Reiche legten viel ein. 42 Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; das ist ein Heller. 43 Und er rief seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Gotteskasten gelegt als alle, die etwas eingelegt haben. 44 Denn sie haben alle von ihrem

Kirchenausstattung: Folge 39 - Kerzenleuchter

Kerzenleuchter
Bildrechte Martin Dubberke

Wenn wir eine Kirche betreten, sehen wir in der Regel nicht nur die Kerzen auf dem Altar, sondern auch die Ständer oder Halter, auf denen die Altarkerzen oder die Osterkerze stehen oder gegebenenfalls noch weitere Kerzen, wie z.B. Gedenkkerzen oder einen Kerzentisch.

Sieht man sich die Kerzenständer oder -halter an, fällt einem meist auf, dass auch diese oftmals symbolisch aufgeladen sind oder ganze Geschichten erzählen.

Damit wird deutlich, dass Kerzenständer ein wichtiger Bestandteil der kirchlichen Ausstattung sind – auch in evangelischen Kirchen. Sie tragen nicht nur zur Atmosphäre bei

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 38 - Kirchenfenster - Das Licht Gottes

Kirchenfenster - Das Licht Gottes
Bildrechte Martin Dubberke

Wenn man bei sonnigem Wetter so um die Mittagszeit in die Johanneskirche kommt, kann etwas ganz Besonderes erleben. Dann scheint die Sonne durch die Altarfenster die Botschaft wie ein buntes Dia in den Raum. Die Taufe Jesu durch Johannes und das Erscheinen des Heiligen Geistes, sind dann fast wie in Drei-D im Raum zu sehen.

Das ist immer ein ganz besonderer Moment. Aber warum sind Kirchenfenster eigentlich bunt und erzählen oft Geschichten. Viele Kirchenfenster sind ja wie ein riesiges Bilderbuch oder eine Graphic Novel – würde man heute wohl sagen. Kirchenfenster sind mehr als nur eine

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 37 - Die Orgel

Kirchenausstattung - Die Orgel
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Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern als uns in der achten Klasse auf dem Gymnasium im Rahmen der Instrumentenkunde unser Musiklehrer, Herr Pabel, fragte, was für ein Instrument die Orgel sei. Ein Klassenkamerad hob sofort die Hand und antwortete: „Ein passives Blasinstrument.“ – Unser Lehrer und auch wir mussten damals lachen. Alle fanden die Antwort originell und eigentlich war sie auch nicht falsch. Also, was ist nun die Orgel und welche Rolle spielt sie bei uns im Gottesdienst? Und warum sagt mancher, dass diese Königin der Instrumente sogar ein Evangelisches Instrument sei

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 36 - Das Chorgestühl

Das Chorgestühl
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In unserer Johanneskirche in Partenkirchen gibt es im Altarraum eine Bank, gewissermaßen eine Chorbank. Vor einer Weile hat hier Andreas Beer wieder die Rückenlehnen angebracht. Da kam nicht nur ein wenig Wärme in den Altarraum, sondern auch so ein Touch von Chorgestühl. Naja, nur für Menschen mit viel Fantasie.

Aber was ist eigentlich so ein Chorgestühl? Ist das für den Kirchenchor vorgesehen, wenn der mal im Gottesdienst singt und gesehen werden soll?

Die ersten Chorgestühle gab es bereits in den Basiliken des vierten bis siebten Jahrhunderts. Sie wurden als feste Sitzgelegenheiten in den

KIRCHENAUSSTATTUNG - Folge 33 - Die Kirchenbank

Kirchengestühl - Die Kirchenbank
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Wie kam die Kirchenbank in die Kirche? – Die ersten kirchlichen Sitzmöbel waren im Mittelalter ausschließlich für hohe kirchliche Würdenträger und die Priester vorgesehen. Das Kirchenvolk musste stehen. Im Laufe der Reformation kam dann in Deutschlang das sogenannte Laien-Gestühl auf. Da durch die Reformation die Predigt eine hervorgehobene Bedeutung im Gottesdienst bekam, sollte sich das Kirchenvolk auf die Predigt konzentrieren können, was im Sitzen besser möglich sein sollte als im Stehen, zumal damals so eine Predigt auch schon mal eine Stunde dauern konnte. Außerdem konnte sich nun der

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 33 - Die Patronatsloge

Die Patronatsloge
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Ein besonderes Kirchengestühl ist die Patronatsloge oder auch der Patronatsstuhl. Hierbei handelt es sich in der Regel um eine abgeschlossene Loge in einer Kirche, wohlgemerkt in einer evangelischen Kirche, denn Patronatslogen findet man nur in evangelischen Kirchen.

Diese Logen gehören gewissermaßen zur Familie der Herrschaftsemporen und befinden sich in der Regel gegenüber dem Altar oder der Kanzel. Die meisten Patronatslogen sind sehr aufwändig gestaltet. Wollte man sie einfach beschreiben, würde man heute sagen, dass sie ein wenig, wie die VIP-Lounge im Fußballstadion ist. Die

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 32 - Das Kirchengestühl

Kirchengestühl
Bildrechte Martin Dubberke

Als ich im vergangenen Sommer in der Hamburger Kunsthalle war, blieb ich vor einem Bild von Hendrick van Steenwijck d.Ä. stehen, das um 1585 entstanden war und den Innenraum einer mittelalterlichen Kirche zeigt. Dieses Bild zog mich in seinen Bann. In dieser Kirche stand nicht eine einzige Bankreihe, aber es gab in dieser Kirche eine große Geschäftigkeit. Viele Menschen waren in dieser Kirche unterwegs: Geistliche, Edelmänner, Kinder, Männer, Frauen, ja sogar einen Hund, der durch die Kirche läuft, während in einem der Seitenschiffe Geistliche eine Messe feiern. Besonders anrührend ist eine

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 31 - Die Kanzel

Die Kanzel
Bildrechte Martin Dubberke

Kommt man in eine Kirche fällt einem in der Regel auch gleich die Kanzel auf. Es gibt Kirchen, in denen die Kanzel mehr einem Rednerpult gleicht und es gibt Kanzeln, die erzählen ganze Geschichten und werden selbst zu einer kunstvollen Predigt. Dann gibt es Kanzeln, die leicht erhöht sind oder solche, die in den Hochaltar integriert sind. Das findet man häufig in meiner alten Heimat in den brandenburgischen Dorfkirchen.  Und dann gibt es Kanzeln, die weit über den Köpfen der Gemeinde angebracht sind, so dass man sie über eine Treppe erst erreicht.

Eine klassische Kanzel besteht aus drei

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 30 - Die Altarbibel

Die Altarbibel
Bildrechte Martin Dubberke

Als ich vor sechs Jahren in Garmisch-Partenkirchen meine Pfarrstelle angetreten habe und in die Johanneskirche kam, war ich ein wenig verwundert. Auf dem Altar standen zwei Kerzen, Altarblumen und das Altarkreuz. Das war es. Kein Antependium und keine Altarbibel.

Als Lutheraner in einer Evangelisch-Lutherischen Landeskirche war ich damals darüber ein wenig überrascht. In meiner alten unierten Berliner Landeskirche hatte ich noch nie einen Altar ohne Bibel gesehen, selbst, wenn ich in Brandenburg in den Einrichtungen des Diakonischen Trägers, für den ich lange gearbeitet habe, unterwegs war

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 28 – Der Altar – Tisch des Herrn

Der Altar - Tisch des Herrn
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Die frühe Christenheit kannte noch keinen Altar. Damit hob sie sich von allen anderen Religionen ihrer Zeit ab. Denn im Gegensatz zu allen anderen Religionen der Antike brauchte das Christentum auch keinen Altar, denn Jesus Christus, der am Kreuz gestorben war, war das Opfer, das alle anderen Opfer überflüssig machte. Das Christentum war damit von ihrem Wesen her eine altarlose Religion.

Im Mittelpunkt stand das Zusammenkommen der Gemeinde am ersten Tag der Woche. Das können wir in der Apostelgeschichte 20,7 nachlesen:

Am ersten Tag der Woche aber, als wir versammelt waren, das Brot zu

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 29 – Das Altarkreuz

Das Altarkreuz
Bildrechte Martin Dubberke

Das Kreuz ist wohl das bekannteste Wiedererkennungszeichen des Christentums. Wer ein Kreuz sieht, weiß in aller Regel sofort, worum es geht. Viele Menschen tragen ein Kreuz an eine Kette um den Hals, manche haben es sich auf den Rücken oder den Oberarm tätowieren lassen. Die meisten Menschen tragen das Kreuz als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Kirche, zum Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus.

Es gibt aber auch andere Beweggründe. Ich komme gerne mit Menschen über ihre Tattoos ins Gespräch. Die wenigsten Menschen lassen sich einfach mal so tätowieren, sondern überlegen

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 27 - Der Altar - Ausrichtung

Der Altar - Ausrichtung
Bildrechte Martin Dubberke

Der Altar ist der Mittelpunkt einer jeden Kirche. Und er steht in aller Regel im vorderen Bereich einer Kirche. Er bildet das Zentrum einer Kirche. Alles und alle Blicke laufen auf den Altar zu. Das hat verschiedene Gründe. Menschen haben immer Altäre an Orten errichtet, die sie für heilig gehalten haben, an denen sie Gott für gegenwärtig hielten. Das konnten wir in den vorangegangenen Kapiteln sehen. Gleichzeitig weist der Altar auch auf das Erlösungsgeschehen hin, was durch das Altarkreuz symbolisiert wird.  Zudem erzählen häufig auch Altarbilder zentrales Glaubenswissen, womit sie auf die

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 26 - Der Altar - Standortbestimmung

Der Altar - Standortbestimmung
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Wo steht eigentlich in der Kirche der Altar? Mittendrin, direkt an der Wand oder so, dass man drum herum gehen kann?

Unsere Mesnerin Elisabeth Beer hat mir kürzlich eine sehr schöne Geschichte aus ihrer Heimat erzählt. Dort gab es einen Altar, um den man sich nicht beim Abendmahl herum versammeln konnte, so wie wir es bei uns z.B. in der Johanneskirche können. Also hielten zwei Kirchenälteste ein Tuch, eine Altardecke, die nun den Altar, den Tisch, um den sich die Gemeinde herum versammelt, symbolisieren sollte.

Damit wird auf eine ganz frühe Funktion des Altars hingewiesen. In den Anfängen

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 25 - Der Altar im Neuen Testament

Kirchenausstattung - Der Altar im Neuen Testament
Bildrechte Martin Dubberke

Der Altar im Neuen Testament hat eine deutlich tiefere symbolische Bedeutung als im Alten Testament. Waren im Alten Testament die Altäre immer physischer Natur, geht es nun über das Physische hinaus. War der Altar ein Ort der Opferung und der Begegnung mit Gott, so wird nun diese Vorstellung durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz erfüllt und transformiert.

Was bedeutet das? – Transformation meint in diesem Fall, dass sich im Neuen Testament nun der Fokus von physischen Opfern zu einem geistlichen Verständnis von Opfer und Hingabe verschiebt. Es werden nun keine Tieropfer mehr dargebracht, um

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 24 - Der Altar im Alten Testament

Altar
Bildrechte Martin Dubberke

Um sich der Frage, was ein Altar ist und welche Bedeutung er hat, anzunähern, ist es ganz hilfreich, mal ein wenig in der Bibel zu stöbern. Das Thema "Altar" zieht sich durch die gesamte Bibel und hat in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen. Am Beispiel einiger zentraler Stellen wird deutlich, dass der Altar durch die Geschichte hindurch verschiedene Bedeutungen hatte und hat. Einige dieser Stellen möchte ich beispielhaft vorstellen:

Zuerst Genesis 8,20:

Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 23 - Der Altar

Kirchenausstattung - Altar
Bildrechte Martin Dubberke

Wer eine Kirche betritt, sieht in aller Regel sofort den Altar. Alles in einer Kirche ist auf den Altar ausgerichtet, der gewissermaßen den Mittelpunkt einer Kirche bildet. Dabei kann der Altar viele Formen haben. In vielen evangelischen Kirchen steht da ein einfacher Tisch, in manchen Kirchen – insbesondere in meiner alten Heimat Berlin-Brandenburg – gibt es Altäre, die mit der Kanzel kombiniert sind. Sprich: Altar und Kanzel bilden eine Einheit. Der Altar hat dann etwas von einem Hochaltar. Zur Predigt geht man dann meistens durch einen kleinen Vorhang oder eine Tür hinter den Altar, wo eine

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 22 - Topf oder Vase

Topf oder Vase
Bildrechte Martin Dubberke

Blumen sind Botschafter. Sie tragen eine Botschaft, die wir heute oft nicht mehr dechiffrieren können. Was sie bedeuten können, haben wir am Beispiel der Rose und der Lilie sehen können. Ebenso konnten wir an diesen beiden Beispielen auch sehen, dass nicht nur die Blume, sondern auch die Farbe der Blume eine Botschaft transportieren kann. Aber was ist nun mit der Frage ob Topf oder Vase? Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als mal in meinem Vikariat der Kirchmeister einen Blumentopf auf den Altar gestellt hat, weil er meinte, dass das doch schöner aussähe als die Blumen vom letzten

KIRCHENAUSSTATTUNG: FOLGE 21 – DIE LILIE

Die Lilie
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Bei Jesus Sirach 39,14 heißt es: Wie Weihrauch werdet ihr Duft verströmen und aufblühen wie eine Lilie. Erhebt eure Stimme zum Lobgesang und preist den Herrn für all seine Werke.

Für Jesus Sirach ist die Lilie das Symbol für Schönheit, Reinheit und Anmut. Auch an anderen Stellen in der Heiligen Schrift ist die Lilie häufig als Sinnbild für Reinheit und Unschuld zu finden. Jesus selbst erwähnt bei Matthäus die Lilie, um Gottes Fürsorge zum Ausdruck zu bringen und die Schönheit der Schöpfung Gottes hervorzuheben:

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 20 - Die Rose

Die Rose
Bildrechte Martin Dubberke

Wie gesagt: Viele Blumen haben eine Bedeutung. Denken wir nur an Rote Rosen. Sie sind Sinnbild der Liebe. Wem fällt da nicht sofort Goethes Heideröslein ein? Bei der Rose denken wir natürlich auch an die Lutherrose, ein Symbol unserer Konfession. Martin Luther selbst hat sein Wappen, das er 1530 auf der Veste Coburg durch Kurprinz Johann Friedrich erhalten hat, in einem seiner Briefe wie folgt beschrieben:

„Ein Merkzeichen meiner Theologie. Das erste sollte ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, dass der Glaube an den

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 19 – Altarblumen - Lasst Blumen sprechen

Altarblumen - Lasst Blumen sprechen
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Wer in eine Kirche kommt, sieht auch immer Blumen. Da stehen Blumen auf dem Altar oder neben dem Altar. Aber warum ist das eigentlich so?

Jetzt könnte ich sagen, wenn wir zu Hause Besuch bekommen, dann decken wir ja auch den Tisch und stellen einen Blumenstrauß auf den Tisch oder wenn geheiratet wird, dann gibt es tollen Blumengestecke und Blumengirlanden oder wenn ich in ein Restaurant oder Café gehe, steht auch immer eine Blume auf dem Tisch. Die Blumen sagen: Schön, dass Du da bist, und wir wünschen Dir eine schöne Zeit bei uns.

Aber wie ist das in der Kirche? Auch hier erfüllen die

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 18 – Noch mehr Kerzen - Eine für jede Lebenslage

Noch mehr Kerzen
Bildrechte Martin Dubberke

Es gibt noch weitere Kerzentraditionen. So haben wir z.B. auch Kerzentische, auf denen wir mit einem Gebet verbunden, eine Kerze anzünden. Kürzlich bat mich ein katholischer Freund, ob ich nicht für ihn beten könnte und da ich gerade in der Nähe einer katholischen Kirche war, betrat ich sie und zündete für ihn eine Kerze an, fotografierte sie und schicke sie ihm, damit er wusste, dass ich für ihn gebetet habe. Als er das Bild mit der Kerze bekam, schrieb er mir zurück: „Ein bisschen katholisch bist Du schon…“ – Bin ich das wirklich? Wir haben in unserer Christuskirche in Garmisch auch einen

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 17 – Kerzen - Die Orientierungslichter unseres Lebens

Kerzen - Die Orientierungslichter unseres Lebens
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Als ich kürzlich in Meran in der Kirche St. Nikolaus war, habe ich 26 Altarkerzen gezählt. Es war ein großartiger Altar, der wir ein Marienmantel angelegt war. Bei uns in der Johanneskirche sind wir dahingegen etwas bescheidener. Hier stehen zwei Altarkerzen auf dem Altar. Aber welche Bedeutung haben eigentlich diese Kerzen? Sollen sie einfach nur eine schöne Stimmung machen? Sollen sie zum Nachdenken und Meditieren einladen? Sollen sie bei uns eine festliche Atmosphäre auslösen? Naja, mit zwei Kerzen wäre das wohl eher ein Candlelight-Dinner. Wobei, ein Candlelight-Dinner mit Gott?

Das

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 16 – Es werde Licht

Es werde Licht
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Gleich nachdem Gott Himmel und Erde geschaffen hatte, schuf er das Licht. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis. und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. (1. Mose 1, 3-5)

Das Licht ist untrennbar mit Gott verbunden. Und so spielt natürlich auch das Licht in unseren Kirchen eine wichtige Rolle. Es gibt Kirchen, da kommt man rein und hat das Gefühl, mit einem Male in einer vollkommen anderen Welt zu sein. Mit einem Male ist die Welt da draußen

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 15 – Alles in Farbe – Schwarz

Alles in Farbe - Schwarz
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Als ich mir kürzlich ein neues Collarhemd gekauft habe, habe ich mir auch endlich eine schwarze Stola zugelegt. Damit habe ich nun alle liturgischen Farben. Schwarz ist – glaube ich – die einzige liturgische Farbe, die für sich selbst spricht und auch von allen erkannt wird, die nicht wissen, dass es liturgische Farben gibt. Es ist die Farbe der Trauer. Aber Schwarz gehört nicht zu den Hauptfarben in der Evangelischen Kirche. Das sind Violett, Weiß, Rot und Grün. Schwarz ist eine sogenannte liturgische Nebenfarbe. Schwarz ist die Farbe der Trauer und wird daher bei Beerdigungen oder auch am

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 14 – Alles in Farbe – Weiß – Farbe der Orientierung

Weiß - Farbe der Orientierung
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Am Ewigkeits- oder Totensonntag, dem letzten Sonntag des Kirchenjahres ist die liturgische Farbe Weiß. Aber warum ist nicht eigentlich Violett, die Farbe der Passion, des Schmerzes und des Leidens die liturgische Farbe an diesem Tag? Tod und Ewigkeit - das bedeutet doch eigentlich Abschied und Trauer.

Aber mal andersherum gefragt? Was fällt einem bei Ewigkeit ein? Das Licht. Menschen, die schon einmal eine Nahtoderfahrung gemacht haben, berichten immer wieder von einem wunderbaren Licht, das sie angenehm und schön fanden. Weiß ist eben die Farbe des Lichts. Sie steht für die Auferstehung und

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 13 – Alles in Farbe – Violett

Alles in Farbe - Violett
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Nur noch wenige Sonntage und wir befinden uns in der Adventszeit. Alle Welt denkt, dass in der Adventszeit Rot die liturgische Farbe der Wahl ist. Die roten Kerzen am Adventskranz suggerieren uns das zumindest. In unserer Farchanter Markuskirche hat das Mesnerteam allerdings schon lange erkannt, dass es sich hierbei nicht um die richtige Farbe handelt. Daher organisieren Sie für den Adventskranz immer violette Kerzen. Sieht ungewohnt aus, ist aber liturgisch vollkommen korrekt, denn die Adventszeit ist Fasten- und Bußzeit, so wie auch die Passionszeit vor Ostern. Es ist eine Zeit im Übergang

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 12 – Alles in Farbe – Rot

Alles in Farbe - Rot
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Rot ist eine Signalfarbe. Mit Rot verbinden wir innerlich immer das Wort „Achtung!!!“ Oder wer mal in der Fahrschule gewesen ist, kann sich noch an den Merkspruch erinnern: „Rund um Rot ist immer Verbot.“

Rot ist die Farbe der Liebe. Rot verlangt Aufmerksamkeit. Rot steht in der Kirche für das Wirken des Heiligen Geistes oder Kirche an sich. Der bekannteste rote Feiertag ist Pfingsten. Da ist die liturgische Farbe Rot. Kein Wunder, steht doch hier das Wirken des Heiligen Geistes im Mittelpunkt. Wir erinnern uns an die Feuerflammen, die roten Flämmchen, die die Gegenwart des Heiligen Geistes

KIRCHENAUSSTATTUNG: Folge 11 – Alles in Farbe – Grün

Alles in Farbe - Grün
Bildrechte Martin Dubberke

Im Augenblick trage ich eine grüne Stola. Eigentlich ist die meiste Zeit im Jahr grün. Die Zeit zwischen Sonntag Septuagesimä und Estomihi also die Vorpassionszeit und die Trinitatiszeit – sprich:  die ganzen Sonntage ab Trinitatis bis zum Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres – sind grün. In dieser Zeit hängen am Altar und der Kanzel grüne Antependien. Und wer eine Stola trägt, legt sich eine grüne Stola um. In meiner früheren Berliner Gemeinde waren dann sogar alle Abendmahlstücher grün, denn bei uns war es damals üblich, dass diese auch den Farben des Jahreskreises entsprachen.

Aber warum