Am 18. Januar wird KMD Wilko Ossoba-Lochner in den Gottesdiensten in Farchant und Partenkirchen ein Lied von Elisabeth Cruciger in den musikalischen Mittelpunkt stellen. Doch wer war diese Frau? Und warum ist das Lied EG 67 so besonders?
Elisabeth Cruciger, geborene von Meseritz (ca. 1500–1535), war die erste bekannte evangelische Liederdichterin der Reformation. Ursprünglich war sie Nonne und schloss sich dann der Reformation an. Sie heiratete dann den Theologen Caspar Cruciger und verfasste 1524 den Text zu "Herr Christ, der einig Gotts Sohn". Das Lied erschien erstmals im Erfurt Enchiridion – einem der ersten evangelischen Gesangbücher - und basiert auf dem Weihnachtshymnus "Corde natus ex parentis" von Prudentius.
Der Text preist Jesus Christus als einziges Gotteskind, Davids Sohn und Morgenstern. Fünf Strophen thematisieren seine Inkarnation im "letzten Teil der Zeit", die Reinheit Marias und den Sieg über Sünde und Tod. Cruciger betont Liebe, Erkenntnis und Erneuerung des Menschen vom "alten Adam" zum "neuen Menschen".
Die Melodie stammt aus vorreformatorischer Zeit und wurde dem lateinischen Hymnus entnommen. Sie eignet sich für Gemeindegesang und fand Eingang ins Evangelische Gesangbuch (EG 67).
Das Lied symbolisiert die Rolle von Frauen in der Reformation und beeinflusste spätere Komponisten wie Johann Sebastian Bach in seiner Kantate BWV 96. Es wird bis heute in Gottesdiensten gesungen und feiert Crucigers Beitrag zur protestantischen Musik.
