ANgeDACHT - Es sind seltsame Zeiten

Pfarrerin Irene Konrad | Bild: Hanns-Martin HagerWir sollen Abstand halten und doch zusammenstehen. Wir brauchen es mehr denn je, dass wir einander Zeichen der Zuneigung und Zusammengehörigkeit schenken und dürfen uns doch nicht nahekommen. Und für so viele Menschen ist es wirtschaftlich richtig schwer. Von jetzt auf gleich brechen alle Aufträge weg. Kein Einkommen mehr! Und so viel andere können sich kaum retten vor Arbeit. Ich habe einen Text gefunden, erzählt nach einer Biblischen Geschichte, der mir in diesen Tagen wichtig geworden ist:

Sie saßen alle in einem Boot. Der Wind stand ihnen entgegen, der Boden unter ihren Füßen schwankte. Da sahen sie eine Gestalt. Sie erschraken. Petrus rief: „Jesus, bist du es? Dann lass mich zu dir gehen.“ „Komm!“ sagte Jesus. Und Petrus stieg aus. Er setzte seinen Fuß auf das Wasser. Seinen Blick richtete er auf Jesus und ging los. Aber dann sah er die riesigen Wellen und in diesem Moment begann er zu sinken. „Rette mich!“, schrie er. Jesus ergriff ihn sofort:“Warum vertraust du mir nicht?“ (nach Matthäus 14,31)

Ja, wir sitzen alle in einem Boot. Und, ja, uns schwankt der Boden unter den Füßen. Aber – im Unterschied zu Petrus sollen wir – um Gottes Willen – drinnen bleiben. Auch wenn es uns noch so schwer fällt, die Freunde, die Eltern, die Kinder nicht zu besuchen.

„Er richtet seinen Blick auf Jesus!“ Da klappt es. Erst als Petrus die riesigen Wellen sieht, geht er unter.

Worauf richte ich in diesen Zeiten meinen Blick? Auf das was mir Kraft gibt? Auf all das Schöne, die Natur, die förmlich aufatmet durch die Atempause die wir ihr gönnen. Auf all die Solidarität und Hilfsbereitschaft die unter den Menschen entsteht. Oder schaue ich die großen Wellen an?

Jesus hilft dem sinkenden Petrus, ergreift ihn bei der Hand und sagt:„Warum vertraust du mir nicht?“

Ich will Vertrauen wagen und immer wieder auf das schauen, was mir Kraft gibt. Es wird doch klappen!

Ihre Pfarrerin Irene Konrad


PS

Nicht alle Menschen in unserer Gemeinde haben Internet. Wir legen daher in unseren Kirchen zu jedem Erscheinungstag ausgedruckte Exemplare in unsere Kirchen und falls Sie es einem Nachbarn oder einer Nachbarin mit einem kleinen Gruß in den Briefkasten stecken möchten, können Sie es sich gerne als PDF herunterladen und ausdrucken.

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