ANgeDACHT - Erntedank

Pfarrerin Uli Wilhelm

Ein köstliches Essen, liebevoll zubereitet, und ein schön gedeckter Tisch -  das ist etwas Herrliches. Wenn man mit der Familie oder mit Freunden am Tisch sitzt und Zeit hat, ist das nicht nur eine Freude für den Gaumen, sondern auch für die Seele. Die Bibel redet immer wieder davon, dass Gott solche Freuden für uns bereithält: Du bereitest vor mir einen Tisch und schenkst mir voll ein. (Psalm 23, 5) Oder: Hört auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben! (Jesaja 55,2b)

Hier wird uns Gott nicht als Herrscher, Herr, König oder Mächtiger vorgestellt, sondern als Wirt. Dieser Wirt möchte seinen Gästen einen möglichst angenehmen, genussreichen Aufenthalt in seinem Hause bieten. Er bereitet alles vor, ehe seine Gäste kommen - und wenn sie dann da sind, bedient und verwöhnt er sie.

In diesem alten Bild von Gott steckt das tiefe Wissen, dass wir uns nicht selbst schenken können, was wir zum Leben brauchen: Dass die Erde Nahrung hervorbringt, dass Früchte wachsen und wir genug Luft und Wasser zum Leben haben – das alles ist nicht selbstverständlich. Das kann kein Mensch machen oder kaufen. Das sind Geschenke Gottes, die wir in Achtsamkeit genießen, wertschätzen und erhalten sollten. Gott ist ein wunderbarer Wirt, der uns die Erde in faszinierender Vielfalt bereitet hat, damit wir uns an ihren Köstlichkeiten freuen. Unser Leib und unsere Seele dürfen satt werden. Freilich sollten wir uns wie Gäste benehmen auf dieser Welt, nicht wie Ausbeuter oder Räuber. Dazu gehört, dass wir schützen, was uns anvertraut ist, die guten Gaben Gottes miteinander teilen und unserem freundlichen Wirt immer wieder mal ein herzliches Danke sagen. Welcher Gastwirt würde sich nicht darüber freuen?

Ich wünsche Ihnen und allen, die an Ihrem Tisch sitzen, ein wunderbares Erntedankfest!

Auf eine gute Nachbarschaft mit Gott!

Ihre Pfarrerin Uli Wilhelm

Nicht alle Menschen in unserer Gemeinde haben Internet. Wir legen daher in unseren Kirchen zu jedem Erscheinungstag ausgedruckte Exemplare in unsere Kirchen und falls Sie es einem Nachbarn oder einer Nachbarin mit einem kleinen Gruß in den Briefkasten stecken möchten, können Sie es sich gerne als PDF herunterladen und ausdrucken.

Tags: