ANgeDACHT - Was wir mit der Zeit anfangen, die uns gegeben ist

Pfarrerin Uli WilhelmLiebe Schwestern und Brüder,

dieser Tage hat mir jemand einen Ausschnitt aus dem berühmten Fantasy-Roman „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien geschickt:

„Ich wünschte, das hätte nicht zu meinen Lebzeiten geschehen müssen“, sagte Frodo.
„So geht es mir auch“, entgegnete Gandalf. „Und so geht es allen, die solche Zeiten miterleben. Aber nicht sie können darüber entscheiden. Das einzige, was wir zu entscheiden haben, ist, was wir mit der Zeit anfangen, die uns gegeben ist.“

Diese Unterhaltung spricht mir aus der Seele. Die ganze Situation zurzeit kommt mir irreal vor, wie aus einem Fantasy-Film. Undenkbar war es bis vor kurzem, dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen, Autofahrer nicht mehr zum Tanken nach Österreich fahren und Freunde sich nicht mehr zu einem Kinoabend verabreden können. Undenkbar auch, dass wir in unseren Kirchen keine Gottesdienste mehr feiern, Taufen, Trauungen und Konfirmationen verschieben müssen, auf Chorproben, Seniorenkreise und Hausbesuche verzichten und sogar unsere Bücherei schließen müssen. Nein, das hätte sich niemand von uns je gewünscht.
Eine Fastenzeit ganz neuer Dimension erleben wir heuer, mit weit mehr Verzicht als in den letzten Jahren. Was fangen wir an mit dieser seltsamen Zeit?

Wir Pfarrerinnen und Pfarrer haben uns entschieden, mit Ihnen hier auf unserer Homepage unsere Gedanken zu teilen. Jeweils zweimal wöchentlich, am Mittwoch und Sonntag, wird jemand von uns an dieser Stelle schreiben. Wenn Sie mögen, antworten Sie uns per Mail oder telefonisch. Auch in Corona-Zeiten sind wir gerne für Sie da – wenngleich die Kontaktformen sich derzeit verändern. Unsere Kirchen bleiben geöffnet. Weiterhin läuten die Glocken und rufen zum Gebet. Selbstverständlich bleiben wir per Mail und telefonisch für Sie erreichbar. Äußerlich achten wir auf Distanz, um niemanden zu gefährden. Innerlich aber bleiben wir miteinander verbunden im Gebet, in guten Gedanken, im Lesen und Meditieren der Heiligen Schrift und in der Zuversicht, dass Gott uns auch durch diese schwierigen Zeiten führen wird. Denn „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2 Tim 1,7)

Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Uli Wilhelm


PS

Nicht alle Menschen in unserer Gemeinde haben Internet. Wir legen daher in unseren Kirchen zu jedem Erscheinungstag ausgedruckte Exemplare in unsere Kirchen und falls Sie es einem Nachbarn oder einer Nachbarin mit einem kleinen Gruß in den Briefkasten stecken möchten, können Sie es sich gerne als PDF herunterladen und ausdrucken.

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