ANgeDACHT - Trinitatis

Pfarrerin Uli WilhelmWohltätige Zuwendung, Glück und Schutz – sehnen Sie sich auch danach? Können Sie haben! Am Ende jedes Gottesdienstes wird Ihnen das im Segen zugesprochen. Wikipedia weiß: „Ziel des Segens ist die Förderung von Glück und Gedeihen oder die Zusicherung von Schutz und Bewahrung. Der Segen erfolgt mit Worten und Gebärden, die die wohltätige Zuwendung eines Gottes symbolisieren“. Auch wer nicht oft in den Gottesdienst geht, ist  vermutlich schon oft gesegnet worden. Bei der Taufe, bei der Konfirmation oder Firmung, bei der Trauung. Und eigentlich bei jedem „Pfiaddi“ – was ja nichts Anderes heißt als „Behüt dich Gott!“. Vielfach gesegnete Menschen sind wir. Merkt man uns das eigentlich an? Spüren wir etwas von der Kraft, die im Segen steckt?

Automatisch funktioniert Segen nicht. Nicht jedes Kind, das bei seiner Taufe gesegnet wurde, wird ein guter Christenmensch. Nicht jeder Trausegen hat zur Folge, dass die Ehe glücklich bleibt. Und auch der Segen am Ende eines Gottesdienstes ist kein magisches Ritual, keine Zauberei gegen Leid und Schmerz. Auch ein gesegneter Mensch kann aus der Bahn geraten und von Unglück getroffen werden. Gerade die Geste des Kreuzzeichens am Ende des Segens erinnert daran, dass leidvolle Erfahrungen nicht aus-, sondern gerade eingeschlossen werden: Auch wenn dir Schlimmes geschieht, bleibst du in Gottes Hand. Er ist bei dir, was immer dir auch passiert. Das zu wissen, stärkt – in allen Gefahren und Krisen.

Auch gesegnete Menschen müssen immer wieder neu ringen um Lebendigkeit, Vertrauen, Wahrhaftigkeit und Glauben. Im 1. Mosebuch wird einmal die Geschichte von Jakob erzählt, wie er um den Segen Gottes ringt. Eine unheimliche, wilde Geschichte! Jakob trägt am Ende eine Verletzung davon. Ja, leicht ist es nicht, um ein gesegnetes Leben zu ringen. Manchmal erfordert es Umwege und Kämpfe, bis wir uns wirklich als Gesegnete begreifen und erleben können. Mag sein, das ist ein lebenslanger Lern- und Reifungsprozess.

Das Tolle daran ist: Wir haben Gott an unserer Seite, mit seiner Sorge um uns, mit seinem Strahlen, mit seiner Gnade und mit seinem Frieden.

Gott segne Dich und behüte Dich.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden!

Ihre Pfarrerin Uli Wilhelm


 

PS

Nicht alle Menschen in unserer Gemeinde haben Internet. Wir legen daher in unseren Kirchen zu jedem Erscheinungstag ausgedruckte Exemplare in unsere Kirchen und falls Sie es einem Nachbarn oder einer Nachbarin mit einem kleinen Gruß in den Briefkasten stecken möchten, können Sie es sich gerne als PDF herunterladen und ausdrucken.

 

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