Nachruf: Wolfgang Schöfthaler

Wolfgang Schöfthaler Mehr als sechs Jahrzehnte war Wolfgang Schöfthaler als Kirchenmusiker im Einsatz. Als er im Sommer 2017 vom „Verband evangelischer Kirchenmusiker“ dafür geehrt wurde, war sein größter Wunsch: „Ich möchte noch viele Jahre die Orgeln in den verschiedenen Kirchen spielen dürfen“. Noch bis Ende 2018 war ihm das vergönnt. Vergangenen Samstag, am 5. Januar 2019, verstarb er völlig unerwartet im Alter von 79 Jahren. „Er lag am Morgen tot im Bett, war für immer eingeschlafen“, erzählt seine Frau Hildegard Peters-Schöfthaler. Sie kann es noch immer nicht fassen, dass der geliebte Mann, mit dem sie 35 Jahre verheiratet war, so plötzlich von ihr gegangen ist. „Ohne die Unterstützung meines Sohnes Marcel würde ich das nicht schaffen“, sagt sie. Kennengelernt hatte sie ihren späteren Mann in der Personalabteilung der Münchner Oper. Der evangelische Pfarrersohn war als ältestes von neun Kindern in der Oberpfalz aufgewachsen. Musik gehörte immer zu seinem Leben. Als 14-Jähriger hört er in der Nürnberger St. Lorenz-Kirche zum ersten Mal die Matthäus-Passion. Er beschließt, nach dem Abitur Kirchenmusik zu studieren. „Bach ist seitdem aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Dabei kann ich herrlich meditieren“, schwärmte er immer. Trotzdem orientiert er sich als junger Mann nochmals um und schlägt die Beamtenlaufbahn ein. Nach einer Tätigkeit als Kulturreferent in Weißenburg wechselt er in den Verwaltungsapparat der Münchner Staatsoper. Obwohl ihm die Arbeit Spaß machte, bereute er im Nachhinein die Jahre ohne Orgel. „Dieses Instrument zu spielen, das ist das Höchste“, sagte er. Hier fand er immer wieder die nötige Kraft, auch schwierige gesundheitliche Phasen zu überstehen. Dass er für die Gottesdienste als Organist und seine Frau als Sängerin auch als Senioren noch gebraucht wurden, empfanden beide als großes Glück. Ins Werdenfelser Land, nach Garmisch-Partenkirchen war das naturverbundene Ehepaar 2005 umgesiedelt. Viele Freundschaften waren in den 13 Jahren hier entstanden, und nicht nur die Gläubigen schätzten und mochten den lebensfrohen und stets freundlichen Pensionär. „Er wird uns auch in der Gemeinde ungemein fehlen. Seine Zuverlässigkeit, ständige Einsatzbereitschaft bei Gottesdiensten und seine positive Ausstrahlung werden wir schmerzlich vermissen“, spricht Pfarrerin Ulrike Wilhelm allen, die ihn kannten, aus den Herzen.