„Lomax“ und sein Mut zur Farbe

„Querschnitt durch die letzten beiden Jahre“: Maximilian Lochner zeigt seine Werke in der Grainauer Dorfgalerie / Frage: „Was macht ein gelungenes Bild aus?“ Antwort: „Wenn’s mir gefällt!“ Maximilian Lochner war um Antworten nie verlegen. Bei der Vernissage seiner Ausstellung „Querschnitt durch die letzten beiden Jahre“ in der Grainauer Dorfgalerie beantwortete der Autodidakt geduldig die vielen Fragen, die seine Person und sein Kunstempfinden betrafen. Denn anstelle einer sonst üblichen Einführung oder Laudatio nahmen der für die Neubelebung der Galerie zuständige evangelische Geistliche Gerhard Detzer zusammen mit Gertraud Anzenberger vom neu installierten Kunst-Team gekonnt dieses witzige Frage-Antwort-Spiel vor. Schnell bekam der Besucher so einen Eindruck von der Person „Lomax“, wie Lochner auch genannte wird. Und er wird beim Betrachten der teils großflächigen Porträts und Darstellungen auch nicht losgelassen von Lochner’s Farbenwelt. „Mut zur Farbe“, war vielfältig an diesem Abend zu hören, deren Wirkung durch jene geschickt eingesetzte Beleuchtung noch verstärkt schien.

Bereits im Kindesalter und während seiner Bundeswehrzeit eignete sich der Garmisch-Partenkirchner die verschiedensten Maltechniken an. Auch die Karikatur spielte dabei eine Rolle. „Beim Einfallsreichtum und der Fantasie“, sagte Lochner. „Am Anfang standen Malen nach Zahlen, Dürer-Bildnisse und Bauernköpfe, vor gut zehn Jahren kamen Porträts dazu“, schilderte der Künstler. „Dabei hat mich der gewisse Realismus immer begeistert. Ich habe die Technik stets verändert und verfeinert, einfach viel ausprobiert.“

Auf die Frage, warum er diese Kunst macht, kam schnell die Antwort: „Dass Menschen Freude daran haben!“ Und seine Schaffensenergie bezieht er etwa bei Spaziergängen mit seinen Hunden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ausdrucksstarke Porträts unbekannter und bekannter Vorbilder (Udo Lindenberg und Falco), auch ein Selbstporträt des Künstlers dürfen nicht fehlen. Wie die Darstellung eines Grainauer Straßenzuges mit den altehrwürdigen Bauernhäusern nebst Straßenlaterne und der Kirche im Hintergrund. Weiß- und Grautöne vermischen sich dort mit einem kräftigen Orange-Rot.

„Tolle Farben“, urteilte eine Besucherin, als sie ausgiebig dieses Bild betrachtete. Und um diese Eindrücke zu erhalten und aufzunehmen, soll der Betrachter ruhig etwas Zeit mitbringen.
Mit das künstlerisch Stärkste sind die Darstellungen eines Straßen-Strichs. Hier verstand es der Künstler vortrefflich, das Anrüchige eines Rotlichtmilieus mit künstlerischen Mitteln auf seine Art und als Studie ohne pornografischen Hintergedanken zu zeigen. Mit intensiven Farben, Licht, geschickt platzierten Unschärfen und einem sich auflösenden Hintergrund wird der Blick vorwiegend auf die sich zu einem Auto bückende, weiß-gestiefelte Liebesdienerin gelenkt. Die künstlerisch unwichtigen Dinge erscheinen nicht konkret, dem Betrachter bleiben jedoch reichlich Fantasie-Spielräume. Dies ist es auch, was die gegenwärtige Ausstellung von Maximilian Lochner so sehenswert macht. „Keine Angst haben, was zu machen“, so beschreibt er diese Freizügigkeit und positive Einstellung zur Kunst. klaus munz (Gap-Tagblatt, 17.8.2017)


Bild: Reichlich Spielraum für Fantasie: Maximilian Lochner (M.) erklärt Gertraud Anzenberger und Gerhard Detzer eines seiner Kunstwerke, die derzeit in Grainau zu sehen sind. Foto: Klaus Munz


Öffnungszeiten
Die Ausstellung „Querschnitt durch die letzten zwei Jahre“ ist bis zum 17. September jeweils am Wochenende (Freitag, Samstag, Sonntag) von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.